Game of the month

Westpark Gamers 'Spiele des Monats'

Wir als Westpark Gamers sind durch unsere Website und deren zunehmend positive Resonanz immer mehr dazu übergegangen, Spiele-Neuheiten aus aller Welt kurz nach ihrer Veröffentlichung zu spielen und möglichst bald kompetente Kritiken/Session Reports/Strategietipps über diese Spiele in's Netz zu stellen. Mit der Zeit merkten wir, daß es immer wieder "Lieblingsspiele" gibt, die es wert sind, aus unserem wachsenden Konvolut von Artikeln besonders hervorgehoben zu werden. Daher schien es nur logisch, ab sofort diesen monatlichen "Preis" zu vergeben, den man als persönliche und subjektive Empfehlung der "Westpark Gamers" sehen kann und soll. Wir möchten damit die Freunde unserer Website auf Spiele aufmerksam machen, die uns besonders gut in einem bestimmten Monat gefallen haben.

Spielen ist Geschmackssache - wir können nicht mehr bieten als unsere private Meinung als Spiele-Feinschmecker. Viel Spaß damit!

Monat Spiel Beschreibung Links
September 2016
Krazy Wordz cover
Krazy Wordz
Fishtank
2016


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Juni 2016
German Railroads cover
German Railroads
Hans im Glück Verlag
2015


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Mai 2016
Karuba cover
Karuba
HABA
2015


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Dezember 2015
Qwixx - Big Points cover
Qwixx - Big Points
Nürnberger Spielkarten
2015

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November 2015
Isle of Skye cover
Isle of Skye
Lookout Games
2015


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Oktober 2015
Qwinto cover
Qwinto
Nürnberger Spielkarten
2015


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Juli 2015
Viticulture cover
Viticulture
Stonemaier Games
2013


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Juni 2015
Witches cover
Witches
Amigo Spiele
2014


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Mai 2015
Auf den Spuren von Marco Polo cover
Auf den Spuren von Marco Polo
Hans im Glück Verlag
2015

Bei diesem mit Spannung erwarteten Spiel vom Hans im Glück Verlag reisen wir auf den Spuren von Marco Polo durch Asien und errichten an unseren Ankunftsorten Kontore. Nun können wir dort mit Gold, Pfeffer und Seide Handel treiben. Stimmen diese Orte mit unseren persönlichen Zielkarten überein, erhalten wir am Spielende hierfür noch zusätzliche Siegpunkte.  Nachschub an Waren erhalten wir durch einen sehr schönen Würfel-Workerplacement-Mechanismus; dieser Nachschub kann dann über Auftragskarten oder über unsere Kontore in Siegpunkte verwandelt werden. Das Salz in der Suppe und ein echtes Highlight sind aber die Charaktere: Jeder Spieler schlüpft zu Beginn des Spieles in eine von mehreren unterschiedliche Rollen mit spezifischen Spielvorteilen. Die eigene Spielweise geschickt an diese Charaktere anzupassen, ist der Schlüssel zum Sieg! Auch wenn dies in den ersten Spielen noch nicht so richtig geklappt hat, liefert dies zusammen mit dem variable Spielaufbau viele Herausforderungen für andauernden Spielspaß in weiteren Partien.


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März 2015
Die Staufer cover
Die Staufer
Hans im Glück Verlag
2014

 „Die Staufer“ ist nach „Hansa Teutonica“ das zweite Spiel von Andreas Steding, das zu unserem Spiel des Monats gekürt wird. Als neuen Mechanismus hat er sich diesmal ein Rondell einfallen lassen, in dem unsere Arbeiter wandern und versuchen, Mehrheiten zu gewinnen. Arbeiter und Bewegungen sind knapp und so gilt es, die Mitspieler genau im Auge zu behalten. Für Interaktion ist also reichlich gesorgt. Der verblüffend einfache aber bemerkenswerte Mechanismus zur Bestimmung der Spielerreihenfolge und die geheimen Aufträgen, die bei Spielende Zusatzpunkte bringen, sind das Salz in der rundum gelungenen Suppe, auch wenn der ein oder andere lieber etwas weniger Salz bevorzugt hätte.


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Februar 2015
Sankt Petersburg (2. Auflage) cover
Sankt Petersburg (2. Auflage)
Hans im Glück Verlag
2014

Dieses Spiel gehört zu unseren meist diskutierten und gespielten Spielen, und natürlich gibt es noch die Computerversion unseres Westparkers Günther Rosenbaum. Also waren wir alle gerne bereit, die neue Version auszuprobieren, die einige Erweiterungen und neue taktische Möglichkeiten bietet. St. Petersburg ist immer noch ein exzellentes Spiel und hat nichts von seinem Charme verloren. Es kombiniert ein zugängliches und leichtes Regelsystem (das – trotz des Themas – letztlich ein abstraktes Aufbauspiel mit Karten ist) mit einem schnellen Spielgefühl, das den Spielern dennoch viele Möglichkeiten bietet. Die wichtigste Erweiterung ist der „Markt“, ein neuer Weg, Siegpunkte zu sammeln, entweder konzentriert man sich darauf oder kombiniert es mit anderen Siegstrategien. Die neuen Regeln fügen sich nahtlos ins Spiel ein und machen Spaß, daher kann man verzeihen, dass die „Mini-Erweiterung“ nur für Kickstarter-Unterstützer eher etwas lahm ist. St. Petersburg kann als Spiel nach wie vor mit Neuproduktionen locker mithalten und wird daher von uns ausdrücklich empfohlen!


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Oktober 2014
Euphoria cover
Euphoria
Stonemaier Games
2014

Wenn man im Jahre 1948 George Orwell gesagt hätte, dass sich einmal Menschen freiwillig damit beschäftigen werden, eine möglichst perfekte Dystopie zu kreieren, hätte er einen für wahnsinnig gehalten.  Und damit meine ich jetzt nicht das exzellente Brettspiel „Euphoria“, das genau dieses Szenario durchspielt – denn im Gegensatz zu unserer immer mehr überwachten und fremdgesteuerten Welt macht „Euphoria“ so richtig Laune. Und das sogar, obwohl es ein „Kickstarter“-Spiel ist (die in unserer Runde gerne kritisch beäugt werden). „Euphoria“ hat viele originelle Mechanismen, die einen das Platzieren von Arbeitern (hier wohl eher „Klone“) so richtig frisch und unverbraucht erscheinen lässt. Sogar zufällige Würfel spielen eine entscheidende Rolle, ohne das Spiel wirklich zufällig zu machen. Und obwohl die Regeln erst einmal kompliziert erscheinen, erweist sich das Spiel in der Praxis als extrem flüssig und kurzweilig. Schöner und schneller kann man eine Dystopie definitiv nicht erleben – daher verleihen wir hier ungewöhnlich einstimmig das Prädikat „Spiel des Monats“!


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September 2014
La Granja cover
La Granja
Spielworxx
2014

„La Granja“ biete Interaktion und Konkurrenz, konstruktives, progressives Aufbauen, Optimierungen in Auswahl und zeitlicher Reihenfolge, und reichlich Auswege, um Engpässe in Angebot und Nachfrage zu umgehen. Alles hat Effekte und Nebeneffekte. Trotz der ungezählten Abhängigkeiten ist das komplexe Räderwerk sehr gut beherrschbar. Klar sind die Abläufe, die durch die graphische Gestaltung mnemotechnisch hervorragend unterstützt werden und das hervorragend strukturierte Regelheft zeigt eine professionelle Handschrift. Mit „La Granja“ haben Odendahl/Keller aus bekannten Elementen eine neue, hübsche, funktionstüchtige und brauchbare Maschine konstruiert. Das ist eine anerkennenswerte Ingenieursleistung.


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Juli 2014
Istanbul cover
Istanbul
Pegasus Spiele
2014

Mit seiner enormen Erfahrung als Spieleautor hat Rüdiger Dorn ein reifes Spiel geschaffen, das überaus rund und flüssig abläuft, an keiner Stelle Ärger oder Frust erzeugt, für jede Situation leicht auffindbare Lösungen oder Lösungsalternativen bereitstellt, und reine, konstruktive Spielfreude vermittelt. Das Spielmaterial unterstützt dabei exzellent und selbst das Spiel zu fünft ist gefällig und spielerisch. Ein würdiger Preisträger des „Kennerspiel“-Pöppels.


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Juni 2014
Helios cover
Helios
Hans im Glück Verlag
2014

Mit seinen vielen taktischen Optionen erzeugt einen „Helios“ hohen Wiederspielreiz und spielt sich schnell und dennoch locker, rund und konstruktiv. Die überschaubaren Regeln, die große Handlungsfreiheit und die vielen verschiedenen zielführenden Strategien machen „Helios“ ohne jeden Zweifel zu einem „Kennerspiel“ und würdigen Empfänger unseres „Spiel des Monats“- Titels.


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April 2014
AbluXXen cover
AbluXXen
Ravensburger Spieleverlag
2014

Dieses kleine Kartenspiel des Autorenduos Kramer/Kiesling bietet einen spannenden Kampf um die höchsten und dicksten Karten-Multitupel. Bei jedem Zug, auch dem der Mitspieler, ist man involviert. Dabei ist diese Interaktivität höchst komplex und der Glücksgöttin ist ebenfalls ein hübsches Plätzchen eingeräumt. Aber nach dem Gesetz der großen Zahl gleicht sich der Glückseinfluss früher oder später wieder aus. Man kann etwas tun, man kann sogar viel tun. Und man kann das ganze Spiel über hoffen, mit jedem Zug das Richtige getan zu haben. Was kann man von einem Kartenspiel eigentlich mehr erwarten?


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Februar 2014
Glück Auf cover
Glück Auf
Eggert-Spiele
2013

Das Thema Kohle lässt uns anscheinend nicht los – diesen Monat prämieren wir ein weiteres Spiel aus der Bergbaubranche, diesmal von einem der verlässlichsten Autorenduos der Spieleszene, Michael Kiesling und Wolfgang Kramer.  Auf und ab fährt der Fahrstuhl in die tiefen Regionen eines Bergwerks (hier leichte Punktabzüge für das störungsanfällige Spielmaterial), links und rechts graben wir in den Berg hinein, dabei auf das innere Gleichgewicht achtend. Natürlich gibt es auch Aufträge zu erfüllen, was Planung, Voraussicht und Zugmaximierung bedeutet. Das Schöne an „Glück auf“: es ist von der Komplexität her bewusst niedrig gehalten, die Spielabläufe sind logisch und schnell verinnerlicht, damit ist es ein ideales Einsteigerspiel, das auch Profis Freude macht.


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Januar 2014
Kohle & Kolonie cover
Kohle & Kolonie
Spielworxx
2013

Noch nie war ein Spiel des Monats bei uns so umstritten – man kann mit Fug und Recht sagen, dass 50% der Westpark-Gamers das Spiel hassen, und 50% es abgöttisch lieben. Wie man sieht, haben sich die begeisterten 50% durchgesetzt. Was nach Ansicht der Verehrer für K&K spricht: - Innovatives und thematisch stimmiges Spieldesign - Schneller Spielfluss mit wachsender Spannungskurve - Genügend Interaktion ohne Kingmaking und Fiesheiten - Viele Strategien führen zum Sieg, auch flexible Was nach Ansicht der Verächter gegen K&K spricht: - Zu komplex, zu lang - Zu wenige Aktionen - Zu langes Warten auf den nächsten Zug (sic!) - Zu viele Detailregeln die nichts bringen Ob man das Spiel nun also mag oder nicht, ist sicherlich Geschmackssache. Es soll aber betont sein, dass die, die das Spiel bei uns mochten, K&K nicht nur für gut befanden, sondern sogar für herausragend gut. Und das will wirklich was heißen.


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Dezember 2013
Russian Railroads cover
Russian Railroads
Hans im Glück Verlag
2013

Dem Kenner von Eisenbahnspielen sind die Namen Helmut Ohley und Leonhard Orgler wohl bekannt: Handelt es sich bei „Russian Railroads“ also um einen neuen Ableger der 18xx Reihe? Nein, auch wenn wir an Eisenbahnstrecken bauen, die Gleisstrecken aufrüsten und immer bessere Loks kaufen: Wir haben es hier mit einem reinrassigen, komplexen Worker Placement Spiel zu tun. Jeder Spieler entwickelt als Eisenbahnmogul auf seinem eigenen Tableau Strecken und Industrien zu einem möglichst ertragreichen Imperium und rangelt  sich mit seinen Mitspielern um Ressourcen, Ingenieure und Industrieentwicklungen. Am Ende jeder Runde gibt es Siegpunkte für den aktuellen Status des eigenen Imperiums - in der ersten Runde vermutlich weniger als fünf, in der siebten und letzten häufig mehr als Einhundert! Eine solche Dynamik hat man schon lange nicht mehr erlebt! Also schnell einsteigen, bevor eure Mitspieler alleine abgefahren sind!


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November 2013
Spyrium cover
Spyrium
Ystari
2013

Das Genre „Worker Placement“ ist im Moment so stark wie schon lange nicht mehr vertreten, wobei die Spielmechanismen – zumindest bei einem verlässlichen Verlag wie „Ystari“ - immer raffinierter werden. „Spyrium“ ist thematisch ein Cyberpunk-Spiel, in dem es um das Abbauen eines seltenen Minerals geht. Aus verschiedenen Karten setzt man sich mühsam ein kleines Industrieimperium zusammen, bei dem verschiedene Arbeiteraktionen eine wichtige Rolle spielen. Ein hübscher Einfall ist dabei das ein Einleiten der Aktionsphase, das von jedem Spieler individuell bestimmt werden kann. Sicherlich kein schnelles Spiel für zwischendurch, aber auf jeden Fall genug Gedankenfutter für Aktionsmaximierungsexperten.


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Oktober 2013
Yunnan cover
Yunnan
Argentum Verlag
2013

Es war klar, dass 'Yunnan' diesmal unsere Auszeichnung zum 'Spiel des Monats' bekommen musste. Schließlich hat es in den langen Jahren seiner Entwicklung mehrmals unsere TÜV-Portale passiert. Aber seine Qualitäten treten auch ohne Voreingenommenheit unübersehbar hervor: wenige, aber sehr gut zusammenwirkende Spielelemente, Gradlinigkeit und Planbarkeit ohne solitär zu sein, spannungsreiche Konkurrenz und Interaktion bei einem durchwegs spielerischer Verlauf. Selbst die thematische Atmosphäre kommt gut durch. Für ein Spiel seines Genres ist es angenehm kurz: es füllt nicht die ganze Nacht, aber es lädt über Wochen hinweg immer wieder ein, die Herausforderung anzunehmen und in seine Geheimnisse einzutauchen.


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September 2013
Nieuw Amsterdam cover
Nieuw Amsterdam
White Goblin Games
2012

Wenige wissen, dass New York fast holländisch geworden wäre und dass der Zigarettenname Stuyvesant nicht von ungefähr kommt. Im Spiel handeln wir historisch korrekt vor allem mit Fellen, bauen Ländereien auf und versuchen die wachsende Stadt politisch zu kontrollieren. Das spielt sich sehr flüssig und logisch, ist ausgewogen, nur milde kompetitiv und bietet viel Material für das Ausprobieren von verschiedensten Spielstrategien. Dass das Spielmaterial vom feinsten ist und auch optisch etwas hermacht, ist ein zusätzlicher Anreiz, sich mit Nieuw Amsterdam zu beschäftigte. Aber jetzt muss ich meine Klokjes anziehen und mit den Ureinwohnern handeln….


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Juni 2013
Brügge cover
Brügge
Hans im Glück Verlag
2013

Der aktuelle Feld-Spielejahrgang bietet wieder einmal eine Vielzahl mehr oder weniger kräftig sprudelnder Siegpunktquellen. „Brügge“ ist hier keine Ausnahme, stellt sich dabei aber spielerischer, leichter dar, als man es sonst von Feld gewohnt ist. Nicht zuletzt das Kartenglück (oder –pech) lockert auf und bietet dank der kurzen Spielzeit einen hohen Anreiz, gleich noch eine Runde zu spielen. Gewürzt mit einer kleinen Portion Ärgerelementen, die man gegen die Mitspieler richten kann, wird daraus ein kurzweiliges Spiel, das einfach Spaß macht.


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Januar 2013
Die Paläste von Carrara cover
Die Paläste von Carrara
Hans im Glück Verlag
2012

Dies ist das erste Spiel, dem eine versiegelte Wundertüte beiliegt. Allein deswegen hätte es schon den begehrten Titel Spiel des Monats verdient. Aber auch der Rest des Spieles überzeugt: Auf der genialen Drehscheibe Bausteine kaufen, damit Gebäude bauen, mit deren Wertung dann neues Geld für neue Steine und wichtige Siegpunkte erwerben! Dabei seine Mitspieler nicht aus den Augen lassen, denn das Spielende kann früher kommen, als man denkt! Und die Wundertüte? Schaut doch selbst...


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Dezember 2012
Tzolk
Tzolk'in - Der Maya Kalender
Czech Games Edition
2012

Rechtzeitig zur Apokalypse brachte der Verlag Czech Games Edition letztes Jahr das Spiel „Tzolk’in” mit dem Maya Kalender als zentrales Spielelement heraus. Was zuerst wie eine geschickte Marketing Aktion dank Thema und dem fünfteiligen Zeitrad aussah, entpuppte sich schnell als elegantes, strategisches Vielspieler-Spiel. Viele, nicht unbekannte, aber sehr gut funktionierende Spielelemente wurden zu einer neuen, sehr gelungenen Mixtur zusammengebraut. Es gibt genug zu denken und zu planen und genügend Freiheitsgrade beim konstruktiven, schöpferischen Optimieren. Jeder Spieler ist irgendwie an jeder Aktion, auch der Mitspieler beteiligt, und selbst das Verfolgen von deren Denkprozessen ist spannend. Eine runde, gelungene Sache.


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November 2012
Noblemen cover
Noblemen
Pegasus Spiele
2012

Dwight Sullivan ist einer von uns: ein Hobby-Spieler, der lange und intensiv für sich an einem Spiel gearbeitet hat (nachzulesen hier: http://noblemenboardgame.blogspot.de/) , ohne je ernsthaft an eine Veröffentlichung zu glauben. Dann reichte er sein Design beim Hippodice-Autorenwettbewerb ein, gewann die Aufmerksamkeit des immer besser werdenden Pegasus-Verlags, und nun ist es fertig: sein erstes veröffentlichtes Spiel, und es ist wirklich gut geworden! Wir sind Adelige die versuchen die Gunst des Königs zu gewinnen, und bauen dazu Kirchen und Schlösser und erweitern unsere Ländereien. Bei den fast rund um die Uhr stattfindenden Maskenbällen benutzen wir unseren Besitz, um in der Adeligen-Rangliste aufzusteigen. All das bringt natürlich Siegpunkte. „Noblemen“ ist eine wirklich runde Sache geworden – die geografische Platzierung der Ländereien ist ebenso anspruchsvoll wie das sorgfältige Haushalten mit den sehr flüssig zu spielenden Aktionen. Und ein weiterer echter Hit für Pegasus-Spiele!


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Oktober 2012
Santa Cruz cover
Santa Cruz
Hans im Glück Verlag
2012

'Entdecker'-Spiele sind nach wie vor ein heiliger Gral des Spieledesigns – wie kann man ein solches Spiel gestalten, ohne dass das Glück überhandnimmt (wenn man nicht die 'richtigen' Plättchen aufdeckt)? Das neue Spiel von Marcel-André Casasola Merkle geht hier einen interessanten Weg, in dem es die Siegbedingungen der Spieler einerseits asymmetrisch macht, andererseits aber auch einen Hauch von 'card-drafting' hineinbringt, der das Glück eines Spielers zu seinem Pech umkehren kann. Dadurch gibt es wesentlich mehr Interaktion und Konkurrenz als bei anderen Entdeckerspielen, und die kurze und übersichtliche Spieldauer weiß auch zu gefallen. Für uns eine der echten 'Entdeckungen' des aktuellen Spielejahrgangs!


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Juni 2012
Pictomania cover
Pictomania
Pegasus Spiele
2011

Es ist kein Geheimnis, dass Vlaada Chvatil einer unserer Lieblingsdesigner ist – tatsächlich hat kaum jemand wie er die Spieleszene von der innovativen Seite her beeinflusst, und er ist jemand, der in jedem seiner Spiele Neues versucht. Als „Pictomania“ bei uns auf den Tisch kam, waren wir erst skeptisch, sind doch Party- und Familienspiele eher selten Hits bei den Westpark Gamers. Was uns aber überzeugte war, wie Chvatil ein wirklich geniales Punktebewertungssystem entwickelt hat, das der simplen Grundidee des Spiels (zeichne etwas, das die anderen erkennen können) eben die Würze gibt, die es von anderen Spielen dieses Genres unterscheidet. Dieses System resultiert in etwas, was man wirklich nur als „taktisches Zeichnen“ beschreiben kann, und allein dies ist die Anschaffung dieses Spiels wert.


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Mai 2012
Village cover
Village
Eggert-Spiele
2011

Auf dem ersten Blick mag man meinen, es handele sich um eines der vielen ganz netten Worker Placement Spiele. Weit gefehlt! Es ergeben sich neue, überraschende Möglichkeiten seinen Punktestand aufzubessern: Zum Beispiel dadurch, dass man seine Familienmitglieder sterben lässt wie die Fliegen - damit sie punkteträchtig in die Dorfchronik eingehen und gleichzeitig das Spiel beschleunigen. Andere Spieler betreiben sparsames Zeitmanagement, verlängern das Spiel und suchen ihr Heil beim Reisen. Wie auch immer man agiert, jeder einzelne Spielzug ist kurz und lässt keine langen Wartezeiten aufkommen. Trotz vielfältiger Handlungsmöglichkeiten spielt sich „Village“ locker und leicht - ein Highlight des aktuellen Spielejahrgangs!


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April 2012
Stone Age - Mit Stil zum Ziel cover
Stone Age - Mit Stil zum Ziel
Hans im Glück Verlag
2011

Ein weiteres Mal küren wir eine Erweiterung zum Spiel des Monats. Das Basisspiel „Stone Age“ war ebenfalls schon auf unserem Treppchen. Die Erweiterung von „Stone Age“ zum 5-Personenspiel mit Material und Regeln war dabei nur die Pflichtaufgabe des Autors. Die Einführung von Schmuck und Händlern ist die Kür und erfreut nicht nur die weiblichen Mitspieler, sondern bringt eine völlig neue Dynamik ins Spielgeschehen. Die sich daraus ergebenden strategischen Möglichkeiten wollen erkundet werden, und die neue 'Jokerwährung“ Schmuck geschickt beim Kauf von Hütten und Karten eingesetzt werden. Solche Erweiterungen braucht das Land: Weiter so!


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März 2012
Seeland cover
Seeland
Ravensburger Spieleverlag
2010

54 Spiele hat Günter Burkhardt erfunden; Wolfgang Kramer kommt auf knapp 200 (plus Varianten). 'Seeland' ist das erste Spiel, das sie gemeinsam konzipiert haben. Kein Wunder, dass bei solch potenten Vätern auch der Sprössling ohne Fehl und Tadel ist. Ein einziges elegant konstruiertes Rondell verwaltet unsere Zugoptionen, die wechselnden Kosten dafür und das Restkapital, über das wir verfügen. Wir kaufen Saatgut und Mühlen, kultivieren damit ein Stück von Zeeland und kassieren Punkte, wenn die Landwirtschaft um unsere Mühler herum eine biotopisch gesunde Struktur aufweist. Leicht, interaktiv und spielerisch. Ein hübscher Spaß für die ganze Familie.


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Januar 2012
Rapa Nui cover
Rapa Nui
Kosmos
2011

Es gibt wahrscheinlich inzwischen mehr Spiele über die Osterinsel als dort überhaupt Menschen leben, aber anscheinend gelingt es dieser Insel (die nur die wenigsten selber besucht haben dürften) die Spielefantasie der Spieleautoren immer wieder aufs Neue zu beflügeln. Bei Rapa Nui handelt es sich sogar um ein besonders erfreuliches Spiel der Gattung „Osterinselspiel“, denn bei diesem im Grunde sehr einfachen Aufbau/Aktionsmaximierungsspiel passt die Thematik ziemlich gut auf die Mechanismen. Besonders der interessante „Opfermechanismus“ weiß zu gefallen – einerseits will ich die wertvollsten Ressourcenkarten auf der Hand behalten, da sie potentiell Punkte bringen, andererseits muss ich genau dieselben Karten opfern, damit sie überhaupt Punkte bringen, aus diesem Widerspruch gewinnt das Spiel eine schöne Dynamik. Auch ist es sehr schnell zu spielen und macht auch bei mehrmaligen Spielen (vor allem in der für das Spiel fast idealen 3-Spieler-Besetzung – die 4-Spieler-Version ist weniger kontrollierbar) einfach sehr viel Spaß!


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November 2011
Québec cover
Québec
Ystari
2011

Québec weiß als schnelles Strategiespiel zu überzeugen und ist dank seiner Einsteigerregel auch noch familientauglich. Der Konkurrenzkampf um Mehrheiten in den Einflusszonen gepaart mit der auf dem Win-Win Prinzip basierenden Beteiligung am Gebäudebau der Mitspieler erzeugt ein für Aufbauspiele wenig gekanntes aggressionsfreies Spielgefühl. Die über 4 Runden dauernde Erweiterung der eigenen Gebäudegebiete mit ihren strategischen Möglichkeiten und die jede Runde neu vergebene Chance, Siegpunkte in den Einflusszonen zu erhalten sind eine Quelle vielfältiger Strategien.


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August 2011
Airlines Europe cover
Airlines Europe
Abacus Spiele
2011

Da auch Neuentwürfe alter Spiele „Spiel des Monats“ werden können, kommt dieses Mal „Airlines Europe“ in den Genuss der Ehre, unser Siegerkandidat zu werden. Alan R. Moons Spiel kann ohne Zweifel als „Klassiker“ bezeichnet werden, und auch in dieser neuen Version wissen die Mechanismen – die Vorbild für viele weitere schönen Spiele wie zum Beispiel „Zug um Zug“ oder „Union Pacific“ waren – nach wie vor zu gefallen. Die neue Version spielt sich noch ein wenig flüssiger und manche unter Hardcore-Eurogamern als unfair empfundene Ärgermöglichkeiten (Sabotage) sind weggefallen. Auf jeden Fall empfehlenswert!


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Juli 2011
Strasbourg cover
Strasbourg
Pegasus Spiele
2011

Wer die bisherigen Spiele von Pegasus kennt, wird von 'Strasbourg' gleich doppelt überrascht werden – weder ist es ein Fantasyspiel noch ein historisches Rollenspiel (was man bei Pegasus eher hätte erwarten können) sondern ein waschechter Euro mit einem genialen Versteigerungsmechanismus. Da alle Spieler selber entscheiden, wie viele Bietkarten sie ziehen und verwenden wollen, werden die Bietrunden zu einer höchst spannenden Angelegenheit, die wirklich Spaß macht. Da es sehr schwierig ist, an Geld zu kommen, kann man auch von einer Art „Mangelspiel“ sprechen, in dem es darauf ankommt, seine begrenzten Ressourcen (Bietkarten, Geld) so gewinnbringend wie möglich einzusetzen. Das fordert auf jeden Fall den Profispieler absolut heraus und macht großen Spaß! Wenn Pegasus vor hat, mit diesem Spiel den Markt der ambitionierten Spieler zu erreichen, ist es ihnen großartig gelungen!


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Mai 2011
Die Burgen von Burgund cover
Die Burgen von Burgund
Alea
2011

'Die Burgen von Burgund' ist das diesjährige Highlight aus dem Hause Alea. Es gilt sein Fürstentum schneller und besser auszubauen als die Konkurrenten. Dabei werden der verfügbare Nachschub und die möglichen Aktionen zufällig ermittelt - hierdurch bleibt die Spannung immer erhalten und die eigenen Pläne müssen laufend an die aktuellen Möglichkeiten angepasst werden. Stefan Felds ursprünglich weitaus komplexeres Spiel wurde zusammen mit Alea’s Stefan Brück stark vereinfacht und schließlich zu einem anspruchsvollen Spiel für Vielspieler weiterentwickelt. Ein Aufbauspiel, das uns auch nach vielen Partien immer neue Entwicklungsmöglichkeiten entdecken lässt!


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April 2011
Pantheon cover
Pantheon
Hans im Glück Verlag
2011

Viele prüde Amerikanische Spieler lassen sich seltsamerweise vom Cover des Spieles abschrecken (honi soit qui mal y pense, sage ich nur), es entgeht ihnen aber ein echter neuer Tummelhofer-Knaller, der es in sich hat. „Pantheon“ ist ein Spiel, in das man sofort hineinkommt, wie bei jedem guten Spiel gibt es mehrere Wege zum Sieg und durch die verschiedenen Völker und Auswirkungen von Gottheiten kommt sogar ein Hauch „History of the World“ ins Spiel (obwohl es keine Schlachten gibt). Ein bisschen Glück muss man auch haben, aber gutes Spiel wird belohnt, insofern ist das Spiel eher im Bereich der gehobenen Familienspiele anzusiedeln als im Bereich der Hardcore-Eurogamer. Aber das Ganze ist frisch, nicht ganz gewöhnlich und macht einfach Spaß!


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März 2011
London cover
London
Treefrog Games
2010

Auf den ersten Blick steckt in einer großen Schachtel nur ein kleines Kartenspiel. Doch die eingebauten Mechanismen sind für jeden eine echte Herausforderung, am stärksten gegen die eigenen Begierden. Leichtfertig können wir uns eine dicke, prächtige Auslage als Siegpunktquelle zulegen, doch damit wächst zugleich die Armut in unserem Bezirk und droht uns am Ende mit ihrer Minuspunkt-Last zu ersticken. Es gilt, in Bescheidenheit und ökonomischer Vernunft seine Kartenfreiheit zu nutzen. Jeder für sich, doch logisch, abwechslungsreich und kreativ. Ein gelungener Martin-Wallace-Hit.


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Februar 2011
Luna cover
Luna
Hall Games
2010

Schon drei Spiele von Stefan Feld haben unseren Titel 'Spiel des Monats' erhalten: alle sind wohl-konstruierte Aufbauspiele, sie befriedigen unsere planerischen Lüste ohne solitär zu wirken, und ohne dass wir uns im Grübeln verlieren. Zur gleichen Kategorie gehört Luna. Wir senden unsere Ordensbrüder an die verschiedenen Aktionsfelder, lassen sie Novizen rekrutieren, Kultstätten errichten und schließlich als Geweihte in den Tempel eintreten. Viele Aktionen haben einen positiven Einfluss auf spätere Aktionen, dafür sollten wir schon eine effiziente Reihenfolge auswählen. Immer mal wieder werden Siegpunkte für unseren aktuellen Aufbau vergeben, dabei treten wir auch in Konkurrenz zu unseren Mitspielern. Und beim Betreten des Tempels können wir unsere Mitspieler rüpelhaft verdrängen. Oder uns gegen ein Verdrängt-Werden schützen. Interaktion wird also geboten. In der Grundstimmung ist 'Luna' konstruktiv und spielerisch.


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November 2010
Poseidon cover
Poseidon
Lookout Games
2010

Der 18xx-Wahnsinn nimmt kein Ende, und nach Eisenbahnspielen in Zypern oder sogar dem Asteroidengürtel haben wir nun ein Eisenbahnspiel ohne Eisenbahnen, das aber dennoch eine waschechte 1830-Variane ist. 'Poseidon's Ziel war es, die Komplexität des 1830-Systems zu verringern, ebenso die Spieldauer, dabei auch auf manche Spielmechanismen verzichtend, die es zum Beispiel im Originalspiel ermöglichten, unprofitable Linien durch Aktienmanipulationen einem unerfahrenen Spieler aufzuzwingen -eine Taktik die vielen schon den Einstieg in die 18xx-Welt vermiest hat. Tatsächlich hat das Aktienspiel-im-Spiel am meisten unter der Reduktion in 'Poseidon' gelitten, wahrscheinlich auch weil es nichts Vergleichbares zum Aktienmarkt gab im alten Griechenland. Die Spieler verlegen Handelsrouten und keine Eisenbahnschienen, da diese per Schiff 'gebaut' werden, ist es auch kaum möglich einen Spieler zu blockieren. Die technologische Konkurrenz wird mit dem Bau besserer Galeeren und Schiffen ausgefochten. Im Großen und Ganzen gelingt es 'Poseidon', eine gute Einsteigervariante für 18xx-Interessenten zu erschaffen, aber es ist immer noch kein leichtes oder auch kurzes Spiel. Dennoch für Fans des Genres emnpfehlenswert: Mal was ganz anderes!


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Oktober 2010
7 Wonders cover
7 Wonders
Repos Production
2010

Spiele für bis zu 7 Spieler die schnell spielbar sind und niemanden langweilen sind wirklich rar gesät: 7 Wonders schafft diese Kür mit Leichtigkeit. Durch einen attraktiven Card-Drafting Mechanismus (der an 'Fairy Tale' erinnert) ist jeder Spieler immer am Zug und mit Entscheidungen beschäftigt, die Karten selber werden dann quasi gleichzeitig ausgespielt und Konflikte und Tauschgeschäfte mit den direkten Nachbarn verhandelt, was in größerer Runde auch gleichzeitig geschehen kann, ohne dass das Spiel darunter leidet. Der Empire-Building-Aspekt kommt auch nicht zu kurz - tatsächlich gelingt dem Spiel auch die passende thematische Umsetzung verschiedener antiker Zivilisationen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Bis auf den etwas zu hohen Preis kann dieses Spiel also rundum empfohlen werden und ist eindeutig eines der Highlights der Spiel 2010.


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Juli 2010
Fresko cover
Fresko
Queen Games
2010

Künstlerspiele haben im Euroraum eine gute Tradition - man denke an den Klassiker 'Fürsten von Florenz' oder auch an 'Leonardo da Vinci'. Hinzu kommen zahllose Spiele, in denen Künstler bzw. künstlerisch ambitionierte Handwerker eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel in 'Säulen der Erde'. Ein beliebtes Thema also, was vielleicht mit der besonderen Rolle der Kultur in der europäischen Geschichte zu tun hat. In 'Fresko' darf jeder mal Michelangelo sein und seine Farbtöpfe mischen, um ein großes Deckengemälde fertigzustellen. Wichtig ist dabei nicht nur ein gutes Aktionsmanagement sondern auch, seinen Künstler zufrieden und inspiriert zu halten (dass man bei zu frühem Aufstehen nicht kreativ sein kann, wird jeder Künstler bestätigen können). 'Fresko' ist eines der seltenen Spiele, in denen Thematik und Mechanismen wunderbar einhergehen. Tatsächlich ist das Spiel leicht zu erklären, weil eben alles so schön logisch und klar ist. Auf wundersame Weise ist es durch sein attraktives Thema sowohl als Familienspiel (Farben mischen und kaufen macht Spaß) wie auch als Freakspiel (Aktionsoptimierung) geeignet. Ein absoluter Wurf also, den man bedingungslos jedem empfehlen kann.


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Juni 2010
Die Speicherstadt cover
Die Speicherstadt
Eggert-Spiele
2010

Ein nettes hübsches Familienspiel um den Handelsverkehr im Hamburger Hafen. Wir müssen nach einem sehr pfiffig ausgedachten Prinzip Waren, Aufträge und sonstige Punktequellen ersteigern. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, aber wer zuerst mahlt, mahlt am teuersten. Da nur ganz wenig Geld im Umlauf ist, steht man ständig unter Druck und muss höllisch auf seine Liquidität achten. Wer nur ein einziges Mal richtig Klotzen wollte, kann im restlichen Spielverlauf nur noch kleckern. Dem Autor Stefan Feld und dem Verlag Eggert-Spiele ist mit 'Speicherstadt' ein ganz makelloser Wurf gelungen.

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Mai 2010
Hansa Teutonica cover
Hansa Teutonica
Argentum Verlag
2009

In diesem Entwicklungsspiel müssen wir unsere Züge nutzen, um den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern, damit wir in Zukunft noch umfangreichere und wirksamere Züge tun können. Zweifellos ein progressiv wachsender Mechanismus. Für den Sieg dürfen wir dabei aber nicht einseitig nur auf die eigenen Fortschritte achten, wir müssen auch die Fortschritte unserer Mitspieler hemmen oder als Trittbrettfahrer zu unserem eigenen Vorteil nutzen. Am Ende zählt jedoch nicht allein der erzielte Fortschritt, sondern noch in stärkerem Maße die Ergiebigkeit der Siegpunktquellen, die wir rechtzeitig für uns haben sprudeln lassen. Die Vielfalt der strategischen Alternativen ist eine der vielen Qualitäten des Spiels.


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Februar 2010
Magister Navis cover
Magister Navis
Lookout Games
2009

Nicht ganz unumstritten: Der Spiel des Monats-Kandidat für den Monat Februar! Das erste veröffentlichte Spiel von Carl de Visser und Jarratt Gray ist eine interessante Mischung aus Aufbauspielen wie 'Puerto Rico' (auch in Magister Navis ist die richtige Auswahl von Gebäuden spielentscheidend) und Erforschungsspielen wie 'Entdecker'. Auch Kampf spielt eine Rolle, auch wenn er viele Resourcen kostet und nicht immer taktisch wertvoll ist. Die Summe der Spielentscheidungen ist immer interessant, auch wenn sich das Spiel selber eher abstrakt gestaltet, hat es doch zumindest ein wenig Atmosphäre durch die liebevolle Spielplangestaltung. Kein Spiel für jedermann, aber ein Spiel, das auch auf den zweiten Blick zu faszinieren weiß und Wiederholungspartien geradezu herausfordert.


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Januar 2010
Macht$piele cover
Macht$piele
Eggert-Spiele
2009

Zuerst einmal: Unser Moritz ist weder mit Peter Eggert verwandt, noch kooperiert er in irgendeiner Form mit 'Eggert-Spiele'. Rein zufällig heißt er aber auch Peter, nämlich eigentlich 'Peter Moritz Benjamin Eggert', aber das nur nebenbei. Wie auch immer: Das neue 'Eggert'-Spiel von Bauldric & Friends lässt keine Wünsche offen. Zuerst einmal ist es ein thematisch sinnvoll gestaltetes Spiel über Machtkämpfe in einer Firma. Das ist schonmal sehr schlüssig. Gleichzeitig ist es aber in ein nicht allzu ernstes strategisches Spiel, in dem man seine Züge gut planen muss, aber dennoch auch Bestechung und 'allzu Menschliches' eine interessante Rolle spielen. Trotz hohem Gehalt ist das ganze nie künstlich aufgemotzt oder komplex - einfach eine sehr runde Sache und ein Spiel, das sehr viel Interaktion und Spaß zulässt, dabei aber auch nicht zu lang ist. Daher eine volle Empfehlung von uns!


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November 2009
Peloponnes cover
Peloponnes
Irongames
2009

Aufbauspiele ohne Würfel stellen eine besondere Anforderung an die Balance im Regelwerk: um Spannung aufkommen zu lassen, muss ein gehöriger Schuss Asymmetrie eingebaut sein, doch dürfen die unterschiedlichen Ausgangspositionen und insbesondere nicht die Spielerreihenfolge unausweichliche Vor- oder Nachteile in sich tragen. Peloponnes hat diese Klippen gemeistert. Wir entwickeln unterschiedliche Zivilisationen in der griechischen Antike, und erweitern in Konkurrenz zu unseren Mitspielern die Erträge unserer Gebiete. Immer mal brechen göttlichen Katastrophen über uns herein und dezimieren unseren Besitzstand. Denen gilt es zu trotzen und dabei möglich wenig Siegpunkt-Federn zu lassen.

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Oktober 2009
Egizia cover
Egizia
Hans im Glück Verlag
2009

Es ist zwar unüblich, ein Spiel zum 'Spiel des Monats' zu küren, das noch gar nicht erschienen ist, aber in diesem Fall haben zumindest zwei der Westparkgamers dieses Spiel so intensiv bei Hans-im-Glück testgespielt, dass sich ein Urteil erlauben lässt. Und dieses fällt im Falle von 'Egizia' hervorragend aus - um einen sehr interessanten Aktionsauswahlmechanismus, der sich sprichwörtlich am Ufer des Nils entlangrankt, wurde ein sehr spannendes Spiel gestaltet, bei dem sich Bauaktionen und Aktionen zum Überleben des eigenen Volkes die Waage halten. An diesem Spiel werden sich gewiefte Taktiker definitiv gerne erproben - spätestens nach Essen, wo 'Egizia' erscheinen wird!


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August 2009
Poison cover
Poison
Amigo Spiele
2005

'Poison' ist ein hübsches kleines Kartenspiel vom Großmeister Knizia. Ähnlich wie bei einem Stichspiel legt jeder Spieler reihum eine Karte auf den Tisch und möchte damit möglichst keine 'Stiche' oder die meisten 'Stiche' einer Farbe kassieren. In diesem Spannungfeld von Alles-oder-Nichts bewegt sich Glück und Können beim Abspielen einer Kartenhand. Blitzschnell ist ein Spiel über die Bühne, sogar wenn einzelne Denker dabei versuchen, sich in taktischem Ehrgeiz zu wälzen. Leicht, flott und spielerisch, das sind seine Qualitätsmerkmale. In jeder Spielgruppe vorzüglich als Absacker geeignet, in vielen Zusammensetzungen sogar als Hauptmahlzeit.


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Juli 2009
Automobile cover
Automobile
Treefrog Games
2009

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Martin Wallace-Spiel bei uns Spiel des Monats wird, hat der gute Wallace nun doch haufenweise interessante Titel in den letzten Jahren veröffentlicht. Wallace hält 'Automobile' für sein bisher bestes Spiel (was er allerdings bei jedem seiner neuen Spiele sagt), und tatsächlich unterscheidet es sich in einigen Punkten von seinen bisherigen Arbeiten. Im Vergleich zu komplexeren Spielen wie 'Brass' ist 'Automobile' relativ einfach gehalten, besticht aber durch eine unglaubliche Aktionsdichte - jeder Zug zählt, und das sogenannte 'min/maxing' ist gefragt, also den Wert verschiedener Aktionsmöglichkeiten gegeneinander abzuwägen, denn alles auf einmal kann man nie machen. Ein faszinierendes Spiel, und ein einigermaßen unverbrauchtes Thema (Autoproduktion) - spannend und empfehlenswert!

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Juni 2009
Wind River cover
Wind River
Argentum Verlag
2008

Dieses Spiel hat bei uns erneut den 'Sankt Petersburg'-Effekt ausgelöst. Die erste Reaktion war nicht negativ, aber schon ein bißchen 'häh?'... Und dennoch stieg nach jedem Spiel die Lust, doch noch einmal eine neue Taktik zu probieren. Somit gehörte es binnen kurzer Zeit zu unseren meistgespielten Spielen, und das kann so schlecht nicht sein! 'Wind River' stellt eine perfekte Symbiose aus passender Thematik und funktionierenden Mechanismen dar - es ist schnell erklärt und hat eine überschaubare Spieldauer. Eine gute Planung und das Voraussehen der Züge der anderen Spieler sind essentiell, ein bißchen Gruppendynamik gehört auch dazu. Wir waren bisher nicht so gnädig mit den Spielen des Argentum-Verlages, aber dieses Spiel weiß wirklich voll zu überzeugen und kann sowohl als 'Gamer's Game' wie auch als potentielles Familienspiel überzeugen. Bravo!

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Mai 2009
Space Alert cover
Space Alert
Czech Games Edition
2008

Dieses Spiel ist durchaus kontrovers diskutiert worden bei uns, aber selbst diejenigen, die es nicht gerne noch einmal spielen würden (Walter, Günther) mussten zugeben, dass es ein extrem innovatives Design ist. Ähnlich wie bei 'Battlestar Galactica' ist die richtige Einstellung gegenüber dem Spiel das Entscheidende - wie bei einem Rollenspiel ist die Identifikation mit der Thematik ein ganz entscheidender Faktor für den Spielspaß. Den Spielefreak wissen aber auch die eleganten Regeln und die vielen hübschen Ideen zu überzeugen. Wer sich darauf einlässt, wird bei 'Space Alert' absolut begeistert sein, daher hier doch eine Rundumempfehlung der Westpark Gamers. Man sollte es zumindest einmal gespielt haben!

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April 2009
Small World cover
Small World
Days of Wonder
2009

Schon vor einigen Jahren kam 'Vinci' bei uns sehr gut an, jetzt hat Philippe Keyaerts eine überarbeitete Version des Spieles vorgelegt, die in vielerlei Hinsicht den Vorgänger übertrifft und auch einige Probleme des alten Spiels behebt. So sind nun die Siegpunkte geheim (was dem etwas unangenehmen Punktezählen und Kingmakern in den letzten Runden einen Riegel vorschiebt) und durch die neue Fantasythematik wird das Spiel auch aufgelockert und weniger frustrierend. Auch die nun genau begrenzte Spiellänge ist eine sehr gute Idee, viele weitere kleinen Verbesserungen wissen ebenfalls zu erfreuen. Kurzum, ein gutes Spiel ist noch besser geworden und verdient in dieser neuen eigenständigen Version definitiv ein Spiel des Monats!


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März 2009
Steel Driver cover
Steel Driver
Treefrog Games
2008

Martin Wallace bleibt einer der fleissigsten Spieledesigner. Seine letzten Spiele befassen sich fast alle mit Wirtschaftsthemen, 'Steel Driver' gehört dazu. Wenn die Aufgabe gelautet hätte 'packe die Prinzipien von 1830 in ein extrem einfaches und flüssiges Spiel, das nicht länger als 1 1/2 Stunden dauert und dennoch anspruchsvoll ist', dann wäre es Wallace mit 'Steel Driver' gelungen. Selten hat man so viel Spieltiefe mit so wenigen Regeln erreicht - ein durch und durch empfehlenswertes Spiel - nicht nur für Eisenbahnfans! Wie heisst es so schön? 'Es ist unmöglich, von (Edgar) Wallace nicht gefesselt zu sein'...

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Februar 2009
Uptown cover
Uptown
Funagain
2007

Nicht alle abstrakten Spiele müssen langweilig oder öde sein (zugegebenermaßen sind es viele auch nicht), 'Uptown' von Kory Heath ist in dieser Richtung ein glänzendes Vorbild, denn es kombiniert Eleganz der Regeln mit grossem Gehalt und freundlicher (kurzer) Spiellänge. W. Eric Martin von 'boardgamenews.com' hatte dieses Spiel dabei, als er uns in München besuchte, und schon damals kam es sehr gut an, jetzt wo es die deutsche Version gibt, ist es auf jeden Fall ein Grund, dieses Spiel zum 'Spiel des Monats' zu küren: als schnelles Legespiel mit hohem Anspruch und Spielspaß ist es auf jeden Fall empfehlenswert!


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Dezember 2008
Sankt Petersburg: In bester Gesellschaft - Das Bankett cover
Sankt Petersburg: In bester Gesellschaft - Das Bankett
Hans im Glück Verlag
2008

Eine einfache Spiel-Erweiterung kann normalerweise kein Kandidat für unser 'Spiel des Monats' sein. Doch die Erweiterung von 'Sankt Petersburg' ist eine geniale Kombination aus neuen Spielelementen und angepassten Spielregeln, die die vorzüglichen Mechanismen der Basisversion nicht nur erhält, sondern sie in ihrer spielerischen Qualität, Spannung und Interaktion sogar noch steigert. Mit dieser Erweiterung können wir das Spiel der Spiele aus dem Jahr 2004 jetzt auch zu fünft spielen. In unserem Spielkreis ist das so gut wie ein neues Spiel.


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November 2008
Wabash Cannonball cover
Wabash Cannonball
Winsome Games
2007

Ein Eisenbahnspiel von der Art '1830 light'! Wir kaufen Aktien von Eisenbahngesellschaften, bauen Streckenverbindungen und kassieren Dividenden für den Betrieb. Wir üben uns in friedlichen Kooperationen, drängen nach den besten Renditen, und versuchen mit einem Minimum an eigenem Geldeinsatz für unsere Linien das Maximum an Liquidität herauszuholen. Ein wunderschönes Spiel für Investoren und Ingenieure, das sich mit realen 90 Minuten Spielzeit in einem Drittel der Zeit spielen lässt, wie ein 'normales' 18xx, das in seinen Überraschungen und Feinheiten den großen Brüdern aber keineswegs nachsteht.


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August 2008
Tinners
Tinners' Trail
Treefrog Games
2008

Martin Wallace gehört zu den profiliertesten Spieleautoren der Gegenwart - sein neues Spiel 'Tinners' Trail' hat eine ungewöhnliche Thematik, die nicht unbedingt ein spannendes Spiel verspricht (wer sieht sich schon gerne als Zinnschürfer in Wales, der nebenher selbstgebackene Pasteten verkauft) , das Gegenteil ist aber der Fall. Für Wallaces Verhältnisse sind die Spielmechanismen wesentlich einfacher als z.B. in seinem 'Brass' oder 'Perikles', gerade dadurch gewinnt aber das Spiel ungemein, da es einfach sehr zugänglich ist, dabei aber doch genügend Entscheidungsmöglichkeiten lässt. Besonders hervorzuheben ist der originelle Zugreihenfolgenmechanismus, den man in dieser Form so noch nicht gesehen hat. Ein tolles Spiel!

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Juli 2008
Brass cover
Brass
Warfrog
2007

Brass ist kein leichtes Einsteigerspiel - tatsächlich sind die Mechanismen gewöhnungsbedürftig und die erste Partie mag noch einige Spielfehler beinhalten Nach einiger Zeit erschliesst sich aber der Wallacesche Kosmos in seine Gänze - wie ein Uhrwerk greifen die Regeln ineinander um ein zwar letztlich sehr abstraktes aber dennoch sehr fesselndes Aufbauspiel zu erzeugen. Das Spiel folgt dem Wallaceschen Trend der letzten Zeit den Spielern mehr Kontrolle über ihre Aktionen zu geben, sie aber dabei auch mehr zu fordern. Auf jeden Fall eines der interessantesten Spiele der jüngsten Zeit, man sollte aber eine Menge Grübelschmalz mitbringen!

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April 2008
Stone Age cover
Stone Age
Hans im Glück Verlag
2008

Nachdem unser guter Walter sich wieder einmal in Arbeit gestürzt hat, um die statistischen Fallstricke des Spielsystems von Stone Age zu analysieren, ist es auch nur gut und Recht, dass 'Stone Age' zu unserem Spiel des Monats gekürt wird. Wieder einmal ist es 'Michael Tummelhofer' gelungen, ein faszinierendes Spiel zu kreieren, in dem jede Entscheidung wohlüberlegt sein will. Anders als bei 'St. Petersburg' ist allerdings der Einstieg etwas leichter und die Fehlerkorrektur auch noch später möglich, und die Ressourcen-Würfel bringen ein lockeres Element in das auch sehr ansprechend ausgestattete Spiel.

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März 2008
Metropolys cover
Metropolys
Ystari
2008

Ystari Games halten ihren unglaublich hohen Standard mit diesem neuen abstrakten Setzspiel voll cleverer neuen Ideen. Metropolys ist vielleicht das bisher graphisch unattraktivste Spiel von Ystari, aber der interessante Biet/Setzmechanismus weiß zu gefallen und erzeugt viele rauchende Köpfe bei den Spielern. Ein eher stilles Denkerspielchen, aber mit idealer Länge von 30-60 Minuten. Besonders empfohlen für alle, die Ystaris erstes Spiel, 'Ys', mochten.

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Januar 2008
Agricola cover
Agricola
Lookout Games
2007

In 'Agricola' sind die Spieler Bauern und betreiben Landwirtschaft. Ihre Aufgaben sind Ackerbau und Viehzucht, Ausbau von Haus und Hof, Kinderkriegen und für alle die Ernährung sichern. Jeder muß aus der sich ständig ändernden Spielsituation die besten Entwicklungszüge auswählen und dabei eine Vielfalt von Randbedingungen berücksichtigen, die in jedem Spiel neue Herausforderungen stellt. Agrar-Ingenieure finden ein unerschöpfliches Betätigungsfeld vor, in dem sie sich ein ganzes Spielerleben lang tummeln können.

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Dezember 2007
Im Jahr des Drachen cover
Im Jahr des Drachen
Alea
2007

'Im Jahr des Drachen' ist ein weiterer Vertreter der relativ neuen Gattung des 'Mangelspiels', bei dem die Spieler von Anfang an unter Druck gesetzt werden, eine Reihe von immer schwierigeren Forderungen zu erfüllen. Herz des Spiels ist die jeweils zufällig bestimmte Kette von Ereignissen, man weiß also, auf welche Schwierigkeiten sich einlässt, muß aber natürlich beim Kampf um die Resourcen mit den anderen Spielern konkurrieren. Ein schönes Spiel, das zu begeistern weiß!

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November 2007
Galaxy Trucker cover
Galaxy Trucker
Czech Games Edition
2007

Czech Games Edition hat einen starken internationalen Auftritt im letzten Jahr hingelegt. Mit 'Galaxy Trucker' liegt nun ihr bisher originellstes Werk vor - ein durch und durch innovatives Spiel, in dem die Spieler gleichzeitig Raumschiffe bauen und sie dann auf die gefährliche Reise durch die Galaxis schicken. Wenn Kometen die Schiffe langsam in Stücke hauen und Piraten hinter dem nächsten Asteroiden lauern, kommt viel Freude auf. Ein durch und durch empfehlenswertes Spiel und eines der interessantesten Spiele des Jahrgangs 2007.

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Oktober 2007
Filou: Die Katze im Sack cover
Filou: Die Katze im Sack
2F Spiele
2007

In der Kategorie 'schnelles Absackerspiel, auch für zwischendurch' kann dieses neue Friedemann Friese-Spiel viele Punkte erzielen. Auf jeden Fall ist es eine 'Katze im Sack', die wir gerne jederzeit kaufen, weil das Spiel schnell, witzig und dabei auch noch schnell zu erklären ist.

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August 2007
Zooloretto cover
Zooloretto
Abacus Spiele
2007

Etwas verspätet wird das Spiel des Jahres nun auch bei uns 'Spiel des Monats'. 'Zooloretto' ist ein typischer Kandidat für das Spiel des Jahres, da es thematisch für alle Altersgruppen zugänglich und einfach zu erklären ist und dennoch genügend Stoff für den gewieften Taktiker hergibt. Durch die Brettspielelemente wird der Vorgänger 'Coloretto' - auch schon ein sehr gutes Spiel - noch einmal deutlich aufgewertet, inzwischen würden wir 'Zooloretto' allemal vorziehen. Ein würdiger Vertreter für das ehrenhafte 'Spiel des Jahres'-Label ist wieder einmal gefunden worden.

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Juni 2007
Caylus Magna Carta cover
Caylus Magna Carta
Ystari
2007

Es ist on der letzten Zeit erstaunlich oft gelungen, Brettspiele in gelungene und fesselnde Kartenspiele umzuwandeln, so auch bei dieser Umsetzung des an sich schon phantastischen Caylus. Hier kann sogar argumentiert werden, dass noch eine Steigerung gelang, denn Caylus, Magna Carta spielt sich einerseits lockerer und schneller als sein Vorgänger, hat aber durchaus die selbe Kniffligkeit der Entscheidungen. Ein durch und durch abstraktes Spiel nach wie vor, aber voller interessanter Entscheidungen und bis zum Schluss spannend. Sehr empfohlen!

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Mai 2007
Wikinger cover
Wikinger
Hans im Glück Verlag
2007

Jeder Spieler bastelt an einem Insel-Reich, das er mit Legeplättchen Stück für Stück vergrößert. Es gilt, in der Konkurrenz mit den Mitspielern die passenden Inselplättchen zu ergattern und mit ihnen zugleich die Berufsgruppen (Kämpfer, Adeliger, Späher, Goldschmied oder Fischer) heranzuziehen. Sie bringen Geld und Siegpunkte ein, verteidigen gegen feindliche Wikinger und decken den Nahrungsbedarf der Bevölkerung ab. Das geilste ist der neuartige Auswahlmechanismus für die Legeplättchen: leicht nachzuvollziehen, doch schwer zu beschreiben. Jeweils zwölf Plättchen werden in einer festen Reihenfolge ausgelegt und kosten von 0 bis 11 Geldeinheiten. Die hinteren Plätze sind zunächst nahezu unerschwinglich, doch werden sie nach einem wohldefinierten Regelwerk immer billiger. Und jeder Mitspieler hat einen bemerkenswerten Einfluß auf den Preisverfall. Alles greift sehr gut ineinander. Jeder Spieler sieht mit Spannung auf seinen nächsten Zug. Michael Kiesling hat sich alles ausgedacht und Hans-im-Glück wird seinem Ruf als hervorragender Spieleverlag wieder einmal vollauf gerecht.

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April 2007
Notre Dame cover
Notre Dame
Alea
2007

Notre Dame ist ein Spiel, dass - wie Günther es ausdrückte - einen schon von der ersten Runde an in Mangelstress als Manager seiner Pöppel bringt. Egal was man anstellt, man hat a) zu wenig Aktionen b) zu wenig Geld c) zu wenig Pöppel aber immer auch d) zu viele Ratten! Selten setzt einen ein Spiel schon ab der ersten Runde an so gnadenlos unter Konkurrenzdruck, ohne dass dabei aber der Spielablauf selber jemals fies oder ungerecht ist. Natürlich haben wir es hier wieder mit einem typisch deutschen abstrakten Spiel zu tun, aber bei den Spielmechanismen hat man sich so viele clevere Gedanken gemacht, dass dieses Spiel sofort überzeugen konnte. Daher: hohe Wertung der Westpark Gamers!

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Februar 2007
Space Dealer cover
Space Dealer
Eggert-Spiele
2006

Es ist sehr selten, dass Innovation in Brettspielen aufscheint, also muss Space Dealer allein schon deswegen gelobt werden, dass es erfolgreich etwas wirklich Neues versucht. Ein 'Real Time' Spiel in dem alle Spieler gleichzeitig agieren wurde schon oft versucht und eben so oft ist dieser Versuch gescheitert (erinnert sich zum Beispiel jemand an das katastrophale 'Time Agent'?). Aber hier ist ein gutes Eurospiel-Design eine sichere Basis, die dem Spiel zum Sieg verhilft, und ein bisschen Einfluss von der Welt der Computerspiele hat auch nicht geschadet. Eggert Spiele haben in den letzten Jahren einen erstaunlichen Aufschwung erlebt, und mit Spielen wie diesem haben sie eine sichere Bank. Space Dealer ist wirklich wie kein anderes Spiel; man sollte es auf jeden Fall gespielt haben!

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Dezember 2006
24/7 The Game cover
24/7 The Game
Sunriver Games
2006

'24/7 The Game' ist ein großartiges leichtes Spiel mit Zahlenreihen, ein bißchen ähnlich aber viel besser als Zatre (das wesentlich langsamer ist). Sunriver Games hat wieder einmal ein überlegenes Spiel herausgebracht!Regeln: zweisprachig (Deutsch und Englisch), können in 2 Minuten erklärt werden Spielmaterial: sehr schön! Spiellänge: 20 Minuten, und man spielt gern gleich noch einmal

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November 2006
Yspahan cover
Yspahan
Ystari
2006

Es ist nicht oft, dass die Westparkgamers ein Spiel des Monats einstimmig wählen, aber hier war es so. Yspahan ist ein Spiel, das uns alle begeistert hat: Günther und Walter machten sich sofort an komplizierte Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die anderen wollen es einfach immer wieder spielen. Selten gibt es eine solche Einhelligkeit, aber Yspahan macht es einem einfach. Obwohl ein Würfelspiel, macht doch der Würfelmechanismus einen Riesenspaß, und die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten machen einem die Entscheidung oft schwer. Mehrere Wege können zum Sieg führen, aber keiner ist kalkulierbar. Das Glück ist hier die Würze des Spiels, nicht Selbstzweck. Kurzum, ein tolles Spiel, das die bisherigen Ystari-Spiele - alle schon jetzt halbe Klassiker - noch einmal locker an Spielspaß überbietet.

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Oktober 2006
Die Säulen der Erde cover
Die Säulen der Erde
Kosmos
2006

Ein sehr erfreuliches Spiel das insofern überrascht als daß es relativ wenig erfolgreiche Buch/Film-Umsetzungen in Spiele gibt (und auch Kosmos hat hier nicht immer ein tadelloses Register). Tatsächlich vermeidet 'Säulen der Erde' die üblichen Fallen die man mit einer zu detailgetreuen Umsetzung machen kann, hat aber gleichzeitig genügend Flair auf Karten und Spielplan, daß man sich eindeutig an das Buch erinnert fühlt. Das Spiel hat mehr als eine flüchtige Ähnlichkeit mit 'Caylus', ist aber wesentlich gnädiger gegenüber kleinen Fehlern und letztlich auch zugänglicher. Die verschiedenen Spielphasen greifen wunderbar ineinander und es gibt fast keine Wartezeiten da alle Phasen interaktiv sind und auch die Spiellänge die magischen 2 Stunden nicht überschreitet. Der überdimensionierte Rundenzähler (die riesige Holzkathedrale IST der Rundenzähler) amüsierte Designer-Legende Richard Borg königlich, als er ihn sah! Jeder der involvierte aber nicht zu schwere Spiele sowie schönes Spielmaterial mag, wird an diesem Spiel nicht vorbeikommen. Immerhin ist es eines der ganz wenigen Spiele eines renommierten deutschen Verlags, die am Ende der Essener Spieletage komplett ausverkauft waren. Sehr empfohlen!

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September 2006
Maestro Leonardo cover
Maestro Leonardo
Abacus Spiele
2006

Der Titel klingt nach Kunst, doch der Inhalt ist reiner Kommerz, allerdings von der allerfeinsten Art. Die Spieler bauen Handwerksbetriebe auf, besorgen sich Rohstoffe, heuern Mitarbeiter an, und führen Aufträge aus, mit denen sie Profit und Siegpunkte kassieren. Es geht um Ressourcen-Management und Entwicklungs-Optimierung, die mit einem raffinierten Auktionsmechanismus bestanden werden müssen. Scharfe Kalkulation ist ebenso gefragt wie Taktik, Logistik, Psychologie und Durchsetzungsvermögen. Vier Italiener haben das Spiel entwickelt und dabei eine vorzügliche Balance zwischen Denken und Arbeiten gefunden. Für Freunde von kalkulierbaren Wirtschaftsspielen ist es ein reines Vergnügen, für Spiele-Freaks ein Höhepunkt der kommenden Spielsaison.

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Juni 2006
Thurn und Taxis cover
Thurn und Taxis
Hans im Glück Verlag
2006

Hans im Glück erfreut uns immer wieder mit guten Spielen, und Thurn und Taxis ist keine Ausnahme. Ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, das wackere Postkutschenverbindungenausbauen (hier ist mal ein schön langes Wort) macht immer Spaß. Interessanterweise verschmelzen hier Elemente von „Kardinal und König“ mit „Transamerica“, es geht gleichzeitig um Vorherrschaft und die möglichst schnelle und effiziente Verbindung. Ein Spiel das durch seine kurze Spieldauer Lust macht, und dennoch eine taktische Herausforderung ist, ist ein seltener Glücksfall – hier ist es gelungen.

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Mai 2006
Sole Mio cover
Sole Mio
Abacus Spiele
2004

Dieses schöne Kartenspiel wurde durch die erst vor kurzem erschienene Erweiterung 'Sole Mio' und fortgeschrittenen Regeln neu belebt. In seiner ursprünglichen Form ist es eine Art umgekehrtes 'Bohnanza'. Die Spieler spielen Zutaten auf einen gemeinsamen Ablagestapel, in der Hoffnung, daß die Karten unter den gerade gespielten später, beim Umdrehen des Kartenstapels am Ende der Runde, ausreichen, um die Pizzarezepte von oben nach unten zu erfüllen. Manche Rezepte klappen, manche nicht, und man ist sich nie sicher, da man die genauen Karten nur schwer memorieren kann. Die Erweiterung addiert neue seltsame Rezepte mit zum Teil schwierigen Regeln, aber es gibt auch die Möglichkeit, anderen Spielen bei der Erfüllung eines Rezeptes zu helfen. Die seltsamen Rezepte bringen Chaos ins Spiel, die 'Hilfe-Option' jedoch ein starkes taktisches Element. Alles in allem ist dieses Spiel ein wunderbarer Mix, der gerne in unserer Runde immer wieder auf den Tisch kommt.

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April 2006
Funkenschlag cover
Funkenschlag
2F Spiele
2004

Friedemann Frieses Spieletitel fangen alle mit einem 'f' an, und seine Spiele sind nicht selten 'fantastisch', sei es durch ihre eigene Thematik, verrückte Ideen oder auch einfach durch ein sehr durchdachtes Spieldesign. 'Funkenschlag' ist ein absolutes 'Gamer's Game', denn sein Reiz wird sich vor allem in einer anspruchsvollen Runde entwickeln, in der die Spieler das System bis auf's letzte ausreizen. Grundsätzlich müssen alle Spieler mit der technischen Entwicklung mithalten, aber anders als bei einem nicht unähnlichen Spiel wie 'Outpost' können die Letzten plötzlich sehr schnell die Ersten werden, der Spielsieger zeichnet sich meistens erst in der letzten Runde ab, wird aber nie durch den Zufall gekürt. Selten sieht man so etwas in anderen Spielen realisiert, allein dafür gebührt Friedemann Friese die Designerkrone des Monats.

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März 2006
Elasund cover
Elasund
Kosmos
2005

Die Catan-Spieleserie hatte schon auch etwas Nervendes in den letzten Jahren, nachdem man mit Erweiterungen, Spielvarianten und Szenarien geradezu überschüttet wurde. Daher ist es jetzt eine totale Überraschung, dass mit 'Elasund' ein Spiel erfunden wurde, das trotz bekannter Elemente grösstenteils Neuland beschreitet, dabei vage an den Klassiker 'McMulti' erinnernd. 'Elasund' ist äußerst spannend und eine echte Bereicherung für die Catan-Spielwelt, ohne den Eindruck zu erwecken, dass hier eine Geldkuh sinnlos weitergemolken wird. Nein, mit diesem Spiel beweist Klaus Teuber, das noch viel Leben in Catan steckt, es ist ein Spiel mit Herz, von Spielern für Spieler, und das schätzen wir besonders.

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Februar 2006
Caylus cover
Caylus
Ystari
2005

Endlich ein Spiel das so gut is wie sein Hype! 'Caylus' ist ein phantastisches Spiel des neuen Verlags 'Ystari' und ein würdiger Nachfolger für Klassiker wie Puerto Rico. Um zu verstehen, warum 'Caylus' so gut ist, muß man sich die Ramifikationen der vielen verschiedenen möglichen Aktionen eines Spielers als eine Art Kunstwerk vorstellen, das nur von erfahrenen Spielern wahrgenommen werden kann. 'Caylus' ist aber dennoch sehr elegant und flüssig zu spielen, aber alles andere als ein 'leichtes' Spiel. Tatsächlich vergibt es keinen Fehler! Dennoch werden Spieler in den kommenden Jahren viel an diesem Spiel zu knacken haben, also verdient es unseren Titel 'Spiel des Monats' voll und ganz!

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Januar 2006
Big Kini cover
Big Kini
Edition PlayMe
2005

Das lockere Thema erzeugt eine nette Atmosphäre - die Inseln mögen ein künstlicher Einfall sein, aber er ist frisch, und die humoristischen Zeichnungen sind tatsächlich süss und komisch. Wir mögen dieses Spiel - es spielt sich zügig und kann schnell erklärt werden. Es liegt im Komplexitätsgrad nicht über den 'Siedlern', und wäre also ein gutes Spiel um neue Spieler in die höheren Weihen des Brettspiels zu locken, während es den Profis genügend Futter fürs Hirnkastl bietet…. 'PlayMe' - ursprünglich ein Spieleversand - kann dazu gratuliert werden, dem 'Newcomer' Guido Eckhof die Chance zu geben, dieses Spiel zu entwickeln, und zu riskieren, es auf einem überfüllten Markt herauszubringen. Der 'Grosse Kini' hat auf jeden Fall schon einen grossen Eindruck in Essen hinterlassen, und wir sind sicher, daß dieser sich halten wird.

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Dezember 2005
Hazienda cover
Hazienda
Hans im Glück Verlag
2005

Das Rad wurde nicht neu erfunden, aber Wolfgang Kramer hat hier ein sehr solides Design abgeliefert, in dem die Spieler um die Kontrolle von Herden, Wasserstellen und Ländereien kämpfen. Die Schönheit des Spielsystems zeigt sich in den sehr vielen Möglichkeiten, die ein Spieler jede Runde zur Verfügung hat und den vielen Wegen, die zum Sieg führen können. Jede Strategie kann gültig sein, aber man muß das Spiel gut beobachten um zu sehen, welche Strategie in einem bestimmten Kontext am erfolgreichsten ist. Die Hans-im-Glück-Edition sieht wudnerschön aus und gibt den Spielern sogar ein Variantenbrett als Zugabe, ausserdem gibt es natürlich die Möglichkeit, das bei uns herunterladbare Programm zum Erstellen eigener Spielbretter zu benutzen.

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November 2005
Havoc - The Hundred Years War cover
Havoc - The Hundred Years War
Sunriver Games
2005

Als eine der Import-Entdeckungen aus Essen 2005 sollte dieses Spiel unserer Meinung nach sofort Poker als Spiel ersetzen, denn HAVOC ist viel abwechslungsreicher und lustiger. Tatsächlich helfen Pokerkenntnisse, ins Spiel zu kommen, aber die Schlachten des hundertjährigen Krieges geben dem Spiel die echte Würze, da Kartenmanagement entscheidend ist. Die Bilder auf den Karten stammen aus echten historischen Schlachtengemälden und das Spiel kann Freaks wie Gelegenheitsspieler begeistern. Was will man mehr? Ein supercooles Startspielerfindungsgerät? Auch drin!

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Oktober 2005
Friedrich cover
Friedrich
histogame
2004

Richard Stubenvoll/Sivel hat mit Friedrich etwas geschaffen, daß in der Spieleszene sehr selten geworden ist, nämlich etwas wirklich Neues. Friedrich ist ein Wargame, es wird aber nicht, wie bei Wargames häufig, gewürfelt, und es dauert auch nicht 8 Stunden. Eine interessante Periode der europäischen Geschichte ist Modell für ein äußerst spannendes Brettspiel, das einfache Spielkarten als Mechanismus für die Kämpfe verwendet, ohne jemals vorhersehbar oder spröde zu sein. Die Grundprinzipien können jedem schnell erklärt werden, dennoch hat das Spiel eine ungeheure Tiefe. Wirklich jedem zu empfehlen, der auf der Suche nach neuen Spielerfahrungen ist.

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August 2005
Oltre Mare cover
Oltre Mare
Mind the Move
2004

Emanuele Ornella hat ein ungewöhnliches Handelsspiel geschaffen, das in einer winzigen Box Platz hat. Tatsächlich bekommt man hier sehr viel Spiel fürs Geld, denn trotz winzigem Spielplan und Pöppeln evoziert das Spiel sofort die Welt des klassischen Mittelmeerhandels. Besonders interessant ist hier die Verwendung eines 'geordneten' Kartenmechanismus, der entfernt an Bohnanza gemahnt, und sorgfältige Planung verlangt. Auch die Bewegung auf dem Spielbrett ist tricky, denn schnell gerät man ins Abseits und fern von interessanten Bonusmarkern. Ein reizvolles Spiel das einerseits sehr kommunikativ ist, andererseits sehr viel Gehirnschmalz erfordert. Empfohlen!

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Juli 2005
Raja cover
Raja
Phalanx Games
2004

Ein wunderschönes Design von Kramer und Kiesling, das in mehreren Punkten überzeugen kann. Die Regeln sind konzis und logisch, und die Verwendung der verschiedenen Charakteren und die Reihenfolge der Siegpunktwertung wurden clever entworfen. Das visuelle Design ist umwerfend, selten gibt es so ästhetisch schöne Spiele. Der Spielverlauf ist durchgehend interessant, mit vielen unangenehmen Entscheidungen, zusätzlich ist es noch ein Reiseplanungsspiel, ein seltenes Element in Spielen dieser Art. Unter dieser Fassade ist es natürlich ein weiteres 'deutsches' Mehrheiten-in-einem-Gebiet-bekommen-Spiel, aber selten sind diese so gut wie 'Raja'!

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Mai 2005
Louis XIV cover
Louis XIV
Alea
2005

Ein exzellentes neues Spiel von Rüdiger Dorn, das sich durch interessante Entscheidungspfade auszeichnet. Wo soll ich meine Einflusspöppel platzieren? Sollte ich Missionen erfüllen oder Wappen sammeln? 'Louis XIV' hat einen ähnlichen Wiederspielwert wie 'Puerto Rico', vor allem wegen des 'ich will es nochmal spielen um etwas anderes zu versuchen'-Faktors. Ein weiterer Vorteil: die Spieleschachtel nimmt relativ wenig Platz ein! Das Thema ist zwar ausgefeilt (besonders bemerkenswert sind die historisch toll recherchierten Personen und Porträts) aber nicht wirklich im Vordergrund; letztlich handelt es sich um ein sehr abstraktes Spiel mit wenig historischem Flair. Einziger kleiner Wermutstropfen ist die Endabrechnung mit der Wappenmehrheit, die durch reines Glück zustandekommt - aber es ist möglich diese kleine Regel wegzulassen. Auf jeden Fall ein sehr empfehlenswertes Spiel!

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April 2005
Der Turmbau zu Babel cover
Der Turmbau zu Babel
Hans im Glück Verlag
2005

'Der Turmbau zu Babel' hat diesen Monat nicht unangefochten gewonnen; schließlich haben wir schon oft genug in irgendwelchen Spielen Häuser bauen und Mehrheiten ersteigern müssen. Die Verschmelzung bekannter Spielelemente zu einer neuen stimmigen Einheit ist beim 'Turmbau' aber zweifellos sehr gut gelungen. Und das Prinzip der Angebote, bei dem die Annahme wie auch die Ablehnung auf beiden Seiten der Partnerschaft sowohl mit Freude als auch mit Leid gesehen wird, schafft immer wieder neue Situationen, neue Überlegungen und neue Lösungen. Hier wurde eine hübsche Spielidee präsentiert, deren Effekte noch lange nicht ausgelotet sind.

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März 2005
Manila cover
Manila
Zoch Verlag
2005

Nachdem schon so ziemlich alle Länder- und Ortsnamen dieser Erde zu Spielen verwurstet wurden (Pirmasens fehlt allerdings noch), kommt nun auch 'Manila' daher - und überrascht den abgehärmten Spieler mit einer interessanten und lockeren Mischung, die erstaunlich frisch daherkommt. Es handelt sich einerseits um eine Art Rennspiel, andererseits gibt es Rollen mit Spezialfähigkeiten und sogar so etwas wie Aktien. Der lockere Aspekt des Spieles steht im Vordergrund, aber der anspruchsvolle Spieler wird mit wohlausgewogenen Mechanismen verwöhnt, die interessant ineinandergreifen ohne jemals angestrengt zu wirken. Hinzu kommt die bei Zoch gewohnt schöne Aufmachung, und wir haben eines der schönsten neueren Spiele der Saison!

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Februar 2005
Betrayal at House on the Hill cover
Betrayal at House on the Hill
Avalon Hill
2004

Das Spiel funktioniert recht gut als traditionelles Erforschungs/Charakteraufbau-Spiel, wird aber wirklich interessant, wenn es zum zweiten Teil kommt, in dem ein Spieler zum bösen Verräter wird und die anderen Spieler zusammenarbeiten müssen um eines von 50 total verschiedenen bösen Szenarien zu überleben. Manche spielen sich wie kleine Wargames, andere wiederum benötigen Deduktion und Grips. Das Spiel bietet viel Spaß für alle Beteiligten, da das Horrorthema liebevoll umgesetzt und alle Szenarien mit Liebe zum Detail ausgestaltet wurden, um jedes vorstellbare Klischee aus Geisterhausfilmen zu repräsentieren. Das Endspiel macht des Spiels hohen Wiederspielwert aus, wogegen die Erforschungsphase sich eher ähnlich spielt. Das Spiel könnte von Expansions profitieren (sicherlich kann man leicht mehr als 50 Szenarien entwerfen). Ein großartiges Design mit unschlagbarer Atmosphäre, leicht erklärt, schnell gespielt - was will der Freak mehr?

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Januar 2005
Im Schatten des Kaisers cover
Im Schatten des Kaisers
Hans im Glück Verlag
2004

'Hans im Glück' hält den hohen Standard ihrer Spiele, und präsentiert mit 'Im Schatten des Kaisers' ein interessantes Intrigenspiel feudaler Prägung. Erinnerungen an das legendäre 'Kreml' werden wach, wenn man verzweifelt versucht, das Altern und Wegsterben seiner aufstrebenden Adeligen zu verhindern. Es gibt vielerlei Möglichkeiten, zu handeln und vor allem seine Mitspieler sehr zu ärgern. Durch geschickte Regelmechanismen bleibt aber ein zu starker Kingmaker-Mechanismus aus. Die Handlungen der Spieler sind an Aktionsmöglichkeiten gebunden, die aus dem Besetzen bestimmter Gebiete auf dem Spielplan gebunden sind, auch dies ein interessanter Aspekt. Auf jeden Fall ein Spiel, das aus dem Allerlei durch seine Originalität herausragt!

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Dezember 2004
Reef Encounter cover
Reef Encounter
R&D Games
2004

Reef Encounter ist ein neues faszinierendes Gebietseroberungsspiel von Richard Breese, das zwar ein bißchen an 'Euphrat und Tigris' erinnert, aber ein eigenes Interesse verdient. Die Regeln und vielen Optionen sind am Anfang sehr verwirrend, sodaß neue Spieler einen etwas schwierigen Zugang haben werden. Aber im Spiel kommt letztlich alles logisch zusammen, und jede Aktion ist entscheidend! Besonderes Lob verdient auch das originelle Thema, das das abstrakte Design zusammenhält, ohne aufgesetzt zu wirken. Ein weiterer Hit des fleissigen Breese!

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November 2004
Niagara cover
Niagara
Zoch Verlag
2004

Das coolste sind die 'Petri-Schalen'. Sie bilden den 'Fluss': jede Plastikscheibe ist ein Flussteil, auf dem sich Kanus befinden können. Am Ende einer Runde fliesst der Fluss: neue Scheiben erscheinen flussaufwärts und stossen die alten mitsamt Kanus in Richtung Wasserfall. Durch ein cleveres Design fallen die Scheiben abwechselnd in den linken und rechten Flussarm. Das Spiel bietet Spaß und Herausforderung für erfahrene Spieler und Neulinge finden ebenfalls sofort Gefallen daran. Es spielt sich schnell, da immer alle Bewegungspunkte aufgebraucht weden müssen. Und die haptische wie optische Ausstattung ist exzellent. Niagara kann wirklich jedem empfohlen werden.

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Juli 2004
Zug um Zug cover
Zug um Zug
Days of Wonder
2004

Unsere Erwartungen waren eigentlich nicht sehr hoch bei diesem Spiel, das auf den ersten Eindruck wie eine aufgebohrte Variante von TRANSAMERICA daherkommt. Aber dann hat es uns doch gepackt, die süchtigmachende Komponente dieses Spiels. Sind es die realistischen und schön anzusehenden Plastikzüge, ist es das intelligente Kartenmanagament, ist es der ständige Wettlauf mit den anderen Spielern, der zu jedem Zeitpunkt offenliegt? Selten knabbert man so an den Nägeln - wird diese Route von den anderen verbaut, oder nicht? ZUG UM ZUG ist ein gutes Beispiel für ein Spiel, bei dem keine bahnbrechenden, aber dafür gut aufeinander abgestimmte Komponenten zu einem grösseren Ganzen führen, das zu überzeugen weiß.

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Juni 2004
Sankt Petersburg cover
Sankt Petersburg
Hans im Glück Verlag
2004

Nach so vielen Diskussionen in unserer Runde war es kein Wunder, dass Sankt Petersburg mit großem Vorsprung zum Spiel des Monats gewählt wurde. Auch wenn der Zufall seine Hände im Spiel hat, ist es ein durchaus taktisches Spiel, das für mathematisch orientierte Spieler von Mal zu Mal reizvoller wird. Zuerst findet man ein bisschen Zinseszins-Rechung bei der Auswahl der Karten. Dann entdeckt man die Fülle an Kybernetik, die sich auf dem Markt abspielt. Nehme ich noch eine Karte oder nicht? Die Auswirkungen auf die nächste Auslage sind überhaupt nicht so richtig abzuschätzen. Und immer eine neue Herausforderung, die Mechanismen des Spieles zu verstehen und besser zu spielen als die Konkurrenten.

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April 2004
Goa cover
Goa
Hans im Glück Verlag
2004

Viele werden verfolgt haben, daß dieses Spiel auf unserer Webseite für einigen Diskussionsstoff sorgte - Walters hervorragender Artikel über die Spielstrategie erzeugte einen wahren Sturm auf unsere Website! Daher mag es auch wenig überraschen, daß das Spiel auch 'Spiel des Monats' wurde, denn es hat allen von uns, die es bisher gespielt haben, ausnehmend gut gefallen. 'Empire Building'-Spiele sind bei uns ohnehin sehr beliebt, und 'Goa' zeichnet sich durch Mechanismen aus, die zwar Interaktion erlauben (beim Ersteigern), letztlich aber doch das Glück des Tüchtigen befördern, der am besten mit seinen Resourcen wirtschaftet . Positiv wurde auch das Fehlen jeglichen 'Kingmakerns' empfunden, sowie das Fehlen von unfairen Ereigniskarten a la 'Mit dieser Karte zerstören/klauen Sie XXX eines beliebigen Gegners'. Dennoch sollte man darauf hinweisen, daß Nicht-'Geeks' dieses Spiel eher trocken finden dürften, wer aber ein handfestes Spieldesign schätzt, wird an 'Goa' seine Freude haben!

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April 2004
Maya cover
Maya
Abacus Spiele
2003

Schon letzten Monat war das Rennen zwischen „Maya“ und „Goa“ bei uns sehr knapp, daher überrascht es wenig, daß dieses Spiel nun locker das Siegertreppchen erreicht hat. „Maya“ wirkt auf den ersten Blick wenig spektakulär, die Spielmechanismen scheinen oberflächlich bekannt, aber dennoch entwickelt das Spiel bei genauerem Hinsehen einen eigenen Reiz, der vor allem in der hervorragenden Ausbalancierung der einzelnen Elemente liegt. Jede Spielphase ist sehr spannend – die Spieler sind in beständiger Konkurrenz um Dominanz beim Pyramidenbau, und müssen zudem äußerst sorgfältig mit ihren Resourcen haushalten. Typische „deutsche“ Spielelemente wie man sie auch bei „El Grande“ findet (zum Beispiel die Aneignung bestimmter Aktionsplättchen), wurden hier intelligent weitererentwickelt. Das Thema mag ein bißchen abgegrast sein, aber es wäre schade, wenn man „Maya“ anhand vordergründig ähnlicher Spiele wie „Tikal“ oder „Mexica“ übersieht.

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März 2004
San Juan cover
San Juan
Alea
2004

Seltsamerweise gibt es eine Reihe von erfolgreichen Kartenspielumsetzungen von deutschen Brettspielen – dies gelang zum Beispiel bei „Siedlern von Catan“ und sogar bei den „Sternenfahrern von Catan“, warum also nicht bei „Puerto Rico“? „San Juan“ ist für alle, die „Puerto Rico“ kennen, extrem schnell erlernbar, dennoch spielt es sich lockerer und schneller als das Original, eben wie ein Kartenspiel! Die Entscheidungsmöglichkeiten in jedem Zug sind zwar durch die Kartenvorgaben etwas beschränkter, dafür ist es etwas leichter eine langfristige Gebäudestrategie anzusteuern, die beim Brettspieloriginal sehr stark von den Aktionen der Mitspieler abhängt. Ausserdem kommen ein paar neue Mechanismen hinzu, die dieses Spiel zu einem eindeutig interessanten Spiel machen. Daher: empfohlen von den Westpark Gamers!

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Februar 2004
Rumis cover
Rumis
Murmel Verlag
2003

Dieses Spiel erinnert auf den ersten Blick an 'Pueblo', der Unterschied ist aber, daß die Spieler versuchen möglichst sichtbar ihre Klötze zu verbauen. Außerdem verzichtet 'Rumis' auf eine(bei 'Pueblo' manchmal unfaire) Zwischenwertung, was das Spiel extrem schnell macht (eine Partie dauert maximal eine halbe Stunde). Durch die variablen Spielpläne, die jeweils eine völlig andere Strategie erforden, entfaltet 'Rumis' einen überraschenden und anhaltenden Reiz, der es aus den letzten Neuerscheinungen hervorhebt. Durch seine extrem einfachen Regeln eignet es sich geradezu hervorragend als 'Closer' eines Spielabends. Raffinesse wird belohnt, und das gefällt uns!

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Januar 2004
Attika cover
Attika
Hans im Glück Verlag
2003

Unser allererstes 'Spiel des Monats' - keine Überraschung hier, dieses süchtig machende Ablegespiel hat schon in kurzer Zeit nach Erscheinen weltweit viele Freunde gefunden. Die Spieler repräsentieren griechische Stadtstaaten, die sich auf einem modularen Sechseckplan ausbreiten. Wer verbindet als erster zwei Tempel? Wer hat als erster alle Gebäude auf dem Spielplan? Wer gewinnen will, muss gut mit seinen Aktionen haushalten und die Baupläne der Gegner durchkreuzen. Die Spielregeln sind einfach, die Taktik diffizil. Sicherlich ein Spiel, das die Freaks lange beschäftigen wird, denn man will es immer 'beim nächsten Mal besser machen'. Und ein weiterer Erfolg für 'Hans im Glück', einen der besten Spieleverlage in Deutschland.

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