Metallurgie cover
Autor Maik Hennebach
Verlag Argentum Verlag
erschienen 2004
Spielerzahl 2-4
Spielzeit 30 Minuten

Metallurgie

rezensiert von Moritz Eggert

"Im Schein der Kerzen beginnen die Alchimisten ihre Zeremonie...." so beginnt die Regeleinleitung des neuen Kartenspiels von Maik Hennebach, erschienen im Argentum Verlag. Und undurchschaubar wie eine alchimistische Zeremonie ist auch erst einmal das Auslegen der Karten. "Hä?" mag man erst denken, wenn man sich in das auf den ersten Blick komplexe Auslegesystem der alchemistischen Grundsymbole Eisen, Kupfer, Silber und Gold, repräsentiert durch längliche Karten, hineindenkt. Die Regel sagt hier einfach nur "werden nach einem komplexen Muster ausgelegt" nebst einem Bild, man imitiert also, und so langsam lichten sich die Schleier des Zweifels und es wird klar, dass das System durchaus funktioniert und Sinn macht.

Das Spiel erinnert ein wenig an eine Art 3D-Tetris -die Karten werden nach einem bestimmten System entweder nebeneinander oder aufeinander gelegt, ist die richtige Menge an angrenzenden Karten der selben Sorte beisammen, werden diese als Punkte einkassiert und ein neues (durch die Auslegeregel aber vorhersehbares) Muster kommt zum Vorschein. Wer also geschickt plant (so weit dies bei maximal 3 Handkarten auf der Hand möglich ist), kann gleich mehrere Felder abräumen, wobei man natürlich auch von den Vorgaben der Mitspieler abhängig ist. Gerade letzteres wurde in unserer Runde ein wenig bemängelt - eine mögliche Lösung wäre eine Heraufsetzung des Handkartenlimits, oder aber das Spiel nur zu zweit zu spielen, denn dann ist jeder mehr seines eigenen Glückes Schmied.

Nichtsdestotrotz ist Maik Hennebach mit "Metallurgie" vielleicht das schlüssigste und beste der neuen Spiele aus dem Argentum Verlag gelungen. Metallurgie cards"Metallurgie" spielt sich flüssig und unverkrampft, und die Regeln beschränken sich auf ein Minimum. Wer also leicht abstrakte Kartenspiele mag, wird an diesem Spiel mit schöner Kartengraphik und Sinn für Ästhetik seine Freude haben. Bis zu 4 Spieler können mitmachen, empfehlenswert ist es besonders als 2er-Spiel.

Regelerklärung: 5-10 Minuten, je nach "räumlichem Vorstellungsvermögen".

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2005, Westpark Gamers