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Autor Lorenz Kutschke
Verlag Adlung
erschienen 2004
Spielerzahl 2-4
Spielzeit 30 Minuten

Im Auftrag des Königs

rezensiert von Peter Riedlberger

"Im Auftrag des Königs" ist ein brettspielartiges Kartenspiel von Adlung. Die Spieler sind Tafelrundenritter und wollen 25 Punkte, die Siegbedingung, erreichen. Laut Prospekt ist es besonders gut für zwei Personen geeignet (theoretisch 2-4). Auch wir glauben, dass es zu dritt oder viert eher weniger gut funktioniert (weil dann das Spiel trotz kaum vorhandenen Zufallselements rein durch Gruppendynamik-Chaos entschieden wird und außerdem weil es dann noch länger dauern würde).

Das "Spielfeld" (das aus den Karten erstellt wird) besteht aus einem geographischen Raum (einem kreisförmigen Spielfeld à la "Verräter") und aus Karten, die Aktionen symbolisieren. Diese Aktionen dienen dazu, Nachschub an Karten zu bekommen, sich übers Feld zu bewegen oder Siegpunkte zu machen. Die Zahl jeweiligen Karten ist begrenzt. Es gibt z. B. nur eine Gerichtskarte, und daher kann es jede Runde nur eine Gerichtsverhandlung geben.

Wer weniger Siegpunkte hat, ist Startspieler der Runde. Er sucht sich eine Karte aus. Dann sucht sich der Mitspieler eine Karte aus. Dann wieder der Startspieler usw., bis jeder vier Karten hat.

Karten können entweder zu Hause (= Camelot) oder unterwegs gespielt werden; Abenteuerkarten nur an ganz bestimmten Orten. Dieser Zusammenhang muss beim Nehmen der Karten nicht beachtet werden, wohl aber beim Ausspielen.

Ein Beispiel: Der eine Spieler hätte die Aktionskarten "Auftrag annehmen", "Lanze nehmen", "Pferd 3 Felder", "Auftrag spielen", der andere hätte die Aktionskarten "Buch nehmen", "Schwert nehmen", "Bewegung 4 Felder", "Gericht" genommen.

In der zweiten Phase spielt der Startspieler alle vier Karten in beliebiger (sinnvoller) Reihenfolge, dann kommt allein der andere dran. Siegpunkte gibt's für Gericht abhalten (2 Punkte; wofür man 1 Buch abgeben muss), Turnier abhalten (2 Punkte; wofür man 1 Schwert oder 1 Lanze abgeben muss, sofern nicht der andere auch die Karte Turnier nahm; dann wird geheim geboten) oder Abenteuer (3-5 Punkte; die Bezahlung hängt von der Schwierigkeit ab).

Man kann also in einer Runde durchaus mehr als 5 Punkte machen. Nötig wäre dazu ein 5er Auftrag (für den man die nötigen Gegenstände auf der Hand hat), noch ein Auftrag, beide "Auftrag spielen"-Karten (es gibt zwei davon) sowie (mindestens) ein Pferd. (Alternativ könnte natürlich ein Gericht den kleineren Auftrag ersetzen oder ähnlich).

Deswegen ist die richtige Strategie meist, den anderen punktemäßig vorpreschen zu lassen. Das Spiel endet ja bei 25 mit "sudden death". Hat der anderen 24 Punkte und bin ich vorher mit meinen 18 dran und kann 7 Punkte machen, habe ich gewonnen. Es ist auch deswegen ein großer Vorteil, Startspieler zu sein, weil immer nur ein neuer Auftrag angenommen werden kann (es gibt nur eine Karte). Nehme ich jede Runde diese Karte, raube ich dem Gegner die Möglichkeit, überhaupt die dicken Punkte zu machen.

Das Spannende am Spiel ist nur die Kartenauswahl-Phase; was nachher gespielt wird, wird dort komplett determiniert (Ausnahme Turnier, wo geboten wird). Der Zufall beschränkt sich auf das Nachziehen des angenommenen Auftrags (es stehen stets drei zur Verfügung).

Das Spiel funktioniert definitiv, spielt sich aber etwas pomadig. Wirklich spannend ist das Aussuchen nämlich zumeist nicht: Ich nehme halt das Beste, was es gibt; den Gegner eng zu beobachten, ist meist nicht notwendig. Es gibt natürlich Ausnahmen, z. B. wenn er weit von Camelot weg ist (wo allein Nachschubkarten gespielt werden können) und ich ihm das einzige 4er Pferd wegnehme (das kommt aber bei einem cleveren Gegner nicht vor). Oder wenn ich sehe, dass er zu viele Punkte macht und ich Startspieler werden kann, wenn ich mich zurückhalte. Aber das ist nicht die Regel. Viel üblicher ist, dass ich mir halt ein paar Nachschubkarten hole und ein paar Punkte machen, wie's eben mit Gericht/Tunier/Abentuer so geht.

Fazit: Wir sind beide keine Fans des Spiels, aber das kann auch an uns liegen. Wie gesagt, ist das Spiel eigentlich in sich sauber und geschlossen. Es mag halt nur keine rechte Spannung aufkommen.

Wertung:

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2005, Westpark Gamers