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Autor Stefan Dorra
Verlag Kosmos
erschienen 2005
Spielerzahl 3-4
Spielzeit 60 Minuten

Amazonas

rezensiert von Peter Riedlberger

Es geht bei Amazonas um das Bauen von Forschungsstationen. Die Stationen werden in Dörfern gebaut. Jedes Dorf bringt ein bestimmtes Forschungsplättchen (wie Fisch, Orchidee, Schmetterling - insgesamt fünf verschiedene Arten) und stellt unterschiedlich viele Bauplätze für Stationen bereit. Sind alle Bauplätze belegt, kann keine weitere Station errichtet werden. Zudem ist der zweite Bauplatz teurer als der erste, der dritte teurer als der zweite. Ergo müssen Spieler danach trachten, die erste Station in einem gegebenen Dorf zu errichten.

Die einzelnen Dörfer sind mit Straßen und/oder Wasserwegen mit anderen Dörfern verbunden. Die allererste Station wird frei gesetzt; alle weiteren dürfen nur in Dörfern errichtet werden, die eine Straße oder einen Wasserweg von einer bereits vorhandenen Station entfernt liegen. Ergo muss beim Planen die Wegeführung beachtet werden.

Ziel des Spieles ist, möglichst viele Punkte zu machen. Es gibt drei Dinge, für die Punkte ausgeschüttet werden. Wer zuerst fünf verschiedene Forschungsplättchen hat, bekommt 5 Punkte, der zweite 4, der dritte 3, der letzte 2. Wer mindestens drei Forschungsplättchen derselben Sorte hat, erhält die Zahl als Punkte (4 Schmetterlinge bringen also 4 Punkte, 2 Schmetterlinge dagegen gar nix). Zudem erhält jeder Spieler zu Beginn einen "Auftrag", eine geheim gezogene Karte, auf der vier Dörfer eingezeichnet sind. Jedes Dorf, in dem keine eigene Forschungsstation gebaut wurde, bringt 3 Minuspunkte.

Jeder Spieler kann maximal 12 Stationen bauen. Es geht, wie man unschwer merkt, um das Optimieren der Baustrategie. Ideal wäre, die fünf Typen als erster zu haben, ansonsten aber nur noch solche Plättchen zu bauen, die man mehrfach hat. Dabei muss, wie gesagt, die Wegeführung berücksichtigt werden.

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Sobald man die Auftragskarte gezogen hat, kann man praktisch schon sein Imperium planen. Zwar können die anderen Spieler dazwischen kommen (die Zahl der Bauplätze ist ja begrenzt), aber das Spielfeld ist so groß, dass dies kaum ein Problem ist. Und wenn: Die zweite Station kostet meist nur eine Münze mehr, das ruiniert keinen.

Geld zum Bauen bekommt man übrigens mit Karten, die man am Anfang der Runde verdeckt spielt. Diese Karten legen zugleich die Zugreihenfolge fest. Jeder hat denselben Kartensatz. Ist er aufgebraucht, sind wieder alle Karten im Spiel. Das Einkommen bemisst sich aus einem Fixbetrag plus der Summe aller Plättchen der Sorte X (je nach Karte). Eine gute Runde bringt ca. 8 Münzen, eine schlechte 1 oder 2. Es passiert öfters, dass für einen Spieler die Runde nur aus dem Einkommensphase besteht (weil er sich keine Station leisten kann).

Würze sollen die Ereigniskarten ins Spiel bringen. Sie haben Effekte wie "Diese Runde keine Stationen an Wegen entlang bauen" oder "... an Wasserstraßen entlang bauen" oder "Halbes Einkommen". Das kann für einzelne Spieler verheerend sein, andere dagegen überhaupt nicht betreffen. Wer auf eine Station sparte, die er entlang einer Wasserstraße errichten wollte, die aber nicht passierbar ist, hat Pech.

Amazonas ist sterbenslangweilig. Nach dem Ziehen der Aufträge stellt man sich eine Strategie zurecht, die man so lange öd und stumpfsinnig verfolgt, bis sie der Ereigniskartenstapel zufällig durchkreuzt. Falls du keine Probleme mit den Ereigniskarten hast: Gratulation, du hast vermutlich gewonnen, wenn du dich nicht ganz doof anstellst. Aber selbst Amazonas-Sieger (wie ich in der letzten Partie) langweilen sich bei diesem Spiel erheblich, zumal dann, wenn die eigenen Züge zwei Runden hintereinander nur aus Einkommen einnehmen bestehen. Dass es den anderen nicht besser geht, ist kein Trost. Im Gegenteil. Bekanntlich ist Gähnen ansteckend.

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2005, Westpark Gamers