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Autor Bruno Faidutti
Alan R. Moon
Verlag Schmidt Spiel & Freizeit
erschienen 2005
Spielerzahl 3-8
Spielzeit 30 Minuten

Diamant

rezensiert von Moritz Eggert

Das Erfinden im Team gehört zu den Königsdisziplinen in der Spieleszene, und wenn zwei Grössen wie Alan R. Moon (Elfenland) und Bruno Faidutti (Ohne Furcht und Adel) zusammenarbeiten ist auf jeden Fall Hinschauen Pflicht, auch wenn „Schmidt Spiele“ sich erst seit jüngerer Zeit mit „Autorenspielen“ hervortut. Diamant ist allerdings deutlich weniger anspruchsvoll als ein typisches Faidutti oder Moon-Spiel – vielleicht eine Vorgabe des Verlags?

In „Diamant“ verkörpern die Spieler furchtlose Schatzsucher, die sich in tiefe Höhlengänge wagen, um die dicksten Diamanten ans Tageslicht zu bringen. Hinter dieser traditionellen „Adventure“-Fassade verbirgt sich allerdings ein lupenreines Zockerspiel der eher einfachen Art – wer hier auf Abenteuerkarten und Fallgruben hofft, wird also enttäuscht werden.

Zuerst einmal bauen die Spieler kleine Schatzkisten zusammen, die vor allem dazu dienen, den aktuellen Stand der eigenen Diamanten geheimzuhalten. Auf dem im Grunde unnötigen Spielplan befinden sich 5 Höhleneingänge an die die Höhlenkarten angelegt werden. Diese Eingänge werden in der Regel etwas verwirrend als „Höhlenblocker“ bezeichnet, das ist aber angesichts der sehr kurzen und alles andere als unverständlichen Regel nicht wirklich schlimm.

Die Spieler dringen nun gemeinsam in die Höhle vor und decken eine Höhlenkarte auf. Diese zeigt nun entweder eine Anzahl von Diamanten (zum Beispiel „3“ oder auch „17“) oder eine „Gefahr“ (Skorpione, Schlangen und ähnliches Gekreuch). Sind es Diamanten, werden diese durch die Anzahl der gerade in der Höhle anwesenden Spieler geteilt, der Rest kommt auf die aktuelle Höhlenkarte. Sind es also zum Beispiel drei Spieler und 17 Edelsteine bekommt jeder 5 Steine und 2 kommen auf die Karte. Die so erlangten Diamanten kommen noch nicht in die Schatzkiste sondern daneben, denn die Höhle muß ja erst noch unbeschadet verlassen werden.

Ist die aufgedeckte Karte eine Gefahr, passiert erst einmal noch nichts. Wird derselbe Gefahrentyp (also zum Beispiel Skorpion) allerdings im selben Höhlengang noch einmal aufgedeckt, müssen alle Spieler alle ihre bisherigen in dieser Höhle erlangten Steine wieder abgeben.

Daher wird vor dem Aufdecken jeder Karte geboten, in dem man seinen Abenteurer verdeckt in die Hand nimmt oder nicht und dann alle gleichzeitig aufdecken. Ist man weiterhin dabei, muß man die Konsequenz der nächsten Karte akzeptieren, hat man sich frühzeitig verabschiedet, nimmt man alle auf den Karten liegenden Steinchen auf. Haben mehrere Spieler keine Lust mehr weiterzugehen, werden diese Steine natürlich auch wieder aufgeteilt!

Dies wird 5 mal durchexerziert (es werden also 5 Höhlen solange erforscht, bis auch der letzte Schatzsucher aufgibt), dann endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Klunkern ist Sieger.

Dies sind im Grunde auch schon alle Regeln. Was wie ein recht simples Spielchen klingt, ist es auch, aber Spass machen tut es. Natürlich versuchen die Cracks zu berechnen, wie wahrscheinlich das zweite Auftauchen eine Gefahrenkarte ist (da die Karten alle immer vom selben Stapel genommen werden, ist dies durchaus möglich), aber natürlich kann man das nie genau wissen. Interessant wird es immer dann, wenn viele Steine auf den Karten liegen, denn dann wird ein frühes Aussteigen durchaus reizvoll, das Problem ist natürlich, daß andere das dann auch attraktiv finden. Traum jeden Abenteurers ist es natürlich, mutterseelenallein durch die Höhlen zu streifen, einen Stein nach dem anderen aus den Gängen hauend, während die feigen Kollegen schon wieder bei Chili aus der Dose im Camp sitzen. Unmöglich ist das nicht, aber man braucht starke Nerven. Ich persönlich fand, daß das frühe Aussteigen oft bessere Erträge findet, aber das hängt sicherlich vom Wagemut der Runde ab.

„Diamant“ ist ein nettes kleines Spielchen, das viel Spaß bringt, sich aber eher als Füller oder Abschlussspielchen eignet denn als Hauptgang, aber das ist ja beileibe nichts schlechtes, denn man kann ja nicht immer nur „Bluff“ spielen... Zudem eignet es sich sehr gut als Spiel für alle Altersgruppen, auch sehr junge Spieler werden hier gleiche Chancen haben.

Die Aufmachung ist hübsch, der Preis nicht zu hoch, was will man also mehr? Auf in die Höhle zum Diamantensuchen!

Erklärung der Regeln: 5 Minuten

Zusammenbau der Schatzkisten: maximal 1 Minute

Spielspass: hoch

Gehirnschmalz: wenig benötigt

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2005, Westpark Gamers