Autor Wolfgang Lüdtke
Verlag Kosmos
erschienen 1997
Spieler 2
Spieldauer 30 Minuten

Caesar & Cleopatra

"Caesar & Cleopatra" war auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres, wurde als bestes Kartenspiel von Fairplay ausgezeichnet und mehr als 200.000 Mal verkauft. "Caesar & Cleopatra" ist ein gutes Beispiel, dass Geschmack relativ ist und sich der unsrige nicht immer mit dem der Mehrheit deckt.

Das Spielprinzip von "Caesar & Cleopatra" ist vielleicht von Corruption oder Maya vertraut: In der Mitte liegen 21 Karten ("Patrizier") in fünf Stapeln, die es zu gewinnen gilt. Die Spieler legen jeweils auf der eigenen Tischseite Punktkarten (von 1-5) an einen der fünf Stapel an. Dabei kann man entweder genau eine verdeckte oder aber zwei offene Karten anlegen. Am Ende jedes Zugs kommt es meistens zu einer Wertung: Einer der fünf Stapel wird per Zufall bestimmt. Alle verdeckt daran anliegenden Karten werden umgedreht. Wer die höchste Punktsumme hat, bekommt eine der Karten des Stapels (die gleichwertig sind). Der Gewinner verliert seine höchste anliegende Punktkarte, der Verlierer seine niedrigste. Wertungen können auch im Zug selbst hervorgerufen werden: Liegen bei einem Stapel auf beiden Seiten acht Karten an, wird sofort gewertet.

Caesar & Cleopatra

Das Spiel erhält Würze (und Chaos) durch Sonderkarten. Es gibt zum Beispiel Sonderkarten, um eine offene Karte des Gegners zu entfernen; oder um die verdeckten Kartes des Gegners an einem Stapel offenzulegen; oder um alle Karten (eigene wie fremde) an einem Stapel zu entfernen. Eine weitere Sonderkarte (die, technisch gesehen, keine Sonderkarte ist, sondern zu den Punktkarten zählt), dreht die Wertung um: Wer weniger Punkt hat, gewinnt.

Jede gewonnnene Karte zählt einen Punkt. Jede Mehrheit bei einem der fünf Stapel (mit 5-5-5-3-3 Karten) ist einen Punkt wert. Jede komplett gewonnene Stapel ist einen weiteren Punkt wert. Zudem gibt es am Anfang verdeckte Auftragskarten, die jedem Spieler für eine Stapelmehrheit zwei Zusatzpunkte.

"Caesar und Cleopatra" funktioniert deutlich besser, als diese Schilderung vielleicht vermuten lassen würde. Da man beim Offenspielen zwei (statt einer verdeckten) Karten spielen kann, wird zumeist doch offen gespielt; man tappt also nicht ganz im Dunkeln wie bei anderen Spielen dieser Art. Die meisten Angriffe lassen sich irgendwie kontern. Und wenn ein Spieler eine Generalattacke auf einen Stapel unternimmt, so gibt es noch vier andere Stapel. Man hat also schon gewissene Wahlmöglichkeiten, wenn man am Zug ist. Lästig ist das Zufallselement: Wenn ich am Ende meines Zugs bei 3 oder 4 Stapeln die Mehrheit habe, ist es extrem frustrierend, wenn dann der eine oder andere verbleibende gewertetet wird. Aber es gibt genug Wertungen, um diesen Zufall auszugleichen. Zudem lassen sich Wertungen auch provozieren, indem man genügend Karten spielt.

Fazit: Das Spiel funktioniert, und hat eine Menge Fans, wie die Preise und Verkaufszahlen zeigen. Wir haben es weniger als ein halbes Dutzend Mal gespielt. Das letzte Mal war gestern, zur Vorbereitung dieser Rezension. Wir waren beide der Meinung, dass es funktioniert. Doch beide wollen wir es so schnell nicht wieder spielen. Warum? Das war uns selbst nicht ganz klar. In jedem Fall haben wir einfach so viele andere Spiele im Regal, die uns - warum auch immer - viel mehr Spaß machen.

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Wertung:

2004, Peter Riedlberger