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Autor Michael Rieneck
Verlag Kosmos
erschienen 2005
Spielerzahl 2
Spielzeit 30 Minuten

Petri Heil

rezensiert von Peter Riedlberger

Petri Heil hat ein neues, originelles Spielprinzip. Ein Spieler lenkt die beiden Angler, der andere steuert den Teich, in dem geangelt wird.

Im Teich befinden sich Fische mit verschiedenen Punktzahlen sowie komplette Nieten. Die einzelnen Pöppel sind Stratego-artig gestaltet: Der Teichspieler hat also den kompletten Überblick, während der Angler nichts sieht. Der Spielplan ist ein Karree von 4x4, mit also insgesamt 16 Feldern. Die Angler hat zwei Figuren, die er am Rand des Karrees platziert.

Der Angler hat 12 Angelkarten, je dreimal 1, 2, 3 und 4. Wenn der Angler am Zug ist, bewegt er zunächst eine Figur mindestens um ein Randfeld. Jedem Randfeld sind vier Felder im Teich zugeordnet (logisch, die entsprechende Spalte oder Reihe). Nun muss der Teichspieler eines der vier Plättchen umdrehen und zeigen. Dann dreht er es wieder zurück.

Jetzt kann der Angler anglen, indem er eines seiner Angelplättchen abgibt: 1 für die erste Position, 2 für die zweite usw. Er erhält das entsprechende Zielplättchen. Dann muss er sich noch so viele Felder fortbewegen, wie das Angelplättchen zeigte. Eine Anglerfigur, die den Teich einmal umrundet hat, darf nicht mehr mitspielen. Nun darf der Teichspieler bis zu drei Pöppel bewegen, und zwar beliebig weit in gerader Linie. Wenn beide Anglerfiguren den Teich umrundet haben, tauschen die beiden Spieler Positionen.

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Das Ganze mag zunächst nach einer Art Advanced Memory klingen, ist es aber definitiv nicht. Der Teichspieler muss die ganze Zeit den Angelkarten-Vorrat des Anglers im Auge behalten. Hat der zum Beispiel keine 2er mehr, sind die wertvollsten Fische an der Zweierposition sicher. Kann man den Angler dazu bringen, dass er hohe Karten spielt (z. B., in dem man einen wertvolleren Fisch auf Position 4 zeigt), rast der Angler schnell um den Teich - und fliegt aus dem Spiel. Petri Heil hat auch ein wunderbares Bluff-Element: Zeige deinem Gegner einen mittleren Fisch auf Position 3, und er wird vermuten, du hättest einen teuren auf 1 oder 2. Wohl dir, wenn dort nur Nieten sind.

Fazit: Das Spiel ist einfach und hat dennoch viele Facetten. Schön ist auch, dass das ganze Spielprinzip wirklich neu ist und kein Aufguss alter Ideen. Empfohlen!

WPG-Wertung: 4 stars

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2005, Westpark Gamers